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Dies ist ein Typoblindtext. An ihm kann man sehen, ob alle Buchstaben da sind und wie sie aussehen. Manchmal benutzt man Worte wie Hamburgfonts, Rafgenduks oder Handgroßes, um Schriften zu testen. Manchmal Sätze, die alle Buchstaben des Alphabets enthalten – man nennt diese Sätze »Fangarms«. Sehr bekannt ist dieser: The quick brown fox jumps over the lazy old dog. Oft werden in Typoblindtexte auchteile eingebaut (AVAIL® and Webfox™ are testing aussi la Kerning), um die Wirkung in anderen Sprachen zu testen.

In Lateinisch sieht zum Beispiel fast jede Schrift gut aus. Quod erat demonstrandum. S fremdsprachige Satzeit 1975 fehlen in den meisten Testtexten die Zahlen, weswegen nach TypoGb. 204 § ab dem Jahr 2034 Zahlen in 86 der Texte zur Pflicht werden. Nichteinhaltung wird mit bis zu 245 € oder 368 $ bestraft. Genauso wichtig in sind mittlerweile auch Âçcèñtë, die in neueren Schriften aber fast immer enthalten sind. Ein wichtiges aber schwierig zu integrierendes Feldionalitäten.

Je nac sind OpenType-Funkth Software und Voreinstellungen können eingebaute Kapitälchen, Kerning oder Ligaturen (sehr pfiffig) nicht richtig dargestellt werden. Dies ist ein Typoblindtext. An ihm kann man sehen, ob alle Buchstaben da sind und wie sie aussehen. Manchmal benutzt man Worte wie Hamburgfonts, Rafgenduks oder Handgroßes, um Schriften zu testen. Manchmalhstaben des Alphabets enthalten – man ne Sätze, die alle Bucnnt diese Sätze »Fangarms«. Sehr bekannt ist dieser: The quick brown fox jumps over the lazy old dog. Oft werden in Typoblindtexte auch fremdsprachige Satzteile eingebaut (AVAIL® and Webfox™ are testing aussi la Kerning), um die Wirkung in anderen Sprachen zu testen. In Lateinisch sieht zum Beispiel fast jede Schrift gut aus. Quod erat demonstrandum. Seit 1975 fehlen in den meisten Testtexten die Zahlen, weswegen nach TypoGb. 204 § ab dem Jahr 2034 Zahlen in 86 der Texte zur Pflicht werden. Nichteinhaltung wird mit

 

2016 in 2 Minuten

 

OK Go WTF?!?

OK Go – sie haben es schon wieder getan! Eigentlich ist die Band aus den USA ja schon ein relativ alter Hut und so ziemlich jeder sollte schon mal ein Musikvideo gesehen und „Ach du heilige Scheiße“ gedacht haben. Bei OK Go weiß man nämlich nicht, ob sie Videos drehen um ihre Musik zu promoten oder die Songs üble Notwendigkeit sind, um mal wieder aus der Trickkiste filmischer, physikalischer oder einfach organisatorischer Kunst zu greifen.

Auch dieses Mal wird es wieder bunt, laut und explosionsreich – und alles auf den Punkt gebracht. Und wieder sitze ich davor und überlege, was ich da gerade ansehe und wie das funktionieren kann.

Denn wenn man ein Video der Band zum ersten Mal sieht, fragt man sich noch, wie viel Fake da drin stecken mag, doch spätestens beim zweiten Making Of erahnt man, dass da einfach Profis am Werk und im Boot sind, die ihr Handwerk verstehen und solche grandiosen Dinge zaubern.

Ich habe mal eine kleine Auswahl zusammengestellt, aber eigentlich solltet ihr den kompletten YouTube-Kanal durchsehen.

Nichtsdestotrotz bleibt die Auto-Nummer mein absoluter Favorit:

 

Die Hipster Krippe – Ich wäre dann bereit für Weihnachten

Weihnachten steht vor der Tür und wie jedes Jahr wird es Zeit für kreative Krippendesigns. Den Engel in diesem Jahr schießt das HIPSTER NATIVITY SET von Modern Nativity ab.

Für christliche $130 bekommt man Selfie-Josef, Starbucks-Maria und die drei heiligen Segway-Könige mit Amazon Paketen. Ob Jesus Prime hatte, bleibt aber ungeklärt.

 

Ding.Ding.Tock – da will man einfach nur mit After Effects spielen

Eigentlich wollte ich nur ein wenig mit After Effects spielen und sich ein wenig fortbilden und plötzlich wird ein Projekt daraus. Aus unserer Kickerleidenschaft heraus bat ich meinen Bruder einfach, ein wenig die Kamera auf unser Spiel zu halten, damit ich den ein oder anderen Effekt testen konnte um mich etwas mit After Effects auseinanderzusetzen. Irgendwie wurde daraus ein Selbstläufer und ich verbrachte doch die ein oder andere Stunde, um aus diesem Wust an Filmmaterial ohne Konzept und Storyboard etwas halbwegs ansehnliches zu basteln.

 

Vier Wochen und einige Frustration wegen falscher Handhabung, zu wenig RAM und Erfahrung später konnte ich dann endlich YouTube und Vimeo mit dem fertigen Stück füttern.

Teilen und Kommentare hinterlassen ist sehr erwünscht … nur nicht unbedingt über unsere spielerischen Fähigkeiten

 

See you in the next lifetime

 

Pop Photoshop Presidents

Gerade habe ich bei This is not Porn das Bild von Obama am Gran Canyon gesehen und musste spontan an ein altes Plattencover denken. Nun ja, Google Bildersuche, Photoshop, that’s it …

Dickie Donald Jorge Little Barack

 

Bye, Obama

 

Martha made my front porch itchy – Gunslinger Short Movie

Ich steh auf kreative Kurzfilme. Weckt ein bisschen immer die Lust, so etwas selbst zu machen. Wenn man doch nur die Mittel hätte …

 

o2 Free – endlich frei, endlich fast ungedrosselt!

I’m free to do whatever I – Oasis

Eigentlich ist es nicht mein Ding, einen Artikel wie einen gesponserten Post aussehen zu lassen, aber ich bin mal wieder begeistert on o2.

Status quo

Aus welchem Grund auch immer, sind weder Vodafone noch die Telekom Deutsche Post in der Lage, in meiner Wohnung für einen Internetanschluss zu sorgen. Das sei nämlich technisch nicht machbar, dieses Haus für DSL nicht geeignet – aber das ist eine andere Geschichte, die ich hier noch erzählen werde.

Seit einigen Monaten bin ich privat also komplett auf mobiles Internet angewiesen. Nur der Kabelanschluss im Büro versorgt mich mit größeren Datenmengen.
Das hat zur Folge, dass Dinge wie Streaming, Facetime oder Downloads hier so gut wie unmöglich sind. Nach und nach habe ich meinen Mobilfunkvertrag auf 14,5GB pro Monat aufgestockt – ein nicht ganz unerheblicher finanzieller Aufwand.

Und dennoch kam immer wieder die Drossel-SMS, die die Nutzung des Internets komplett unmöglich macht. Funktional kaputt eben. Ganz zu schweigen davon, dass ich mit meinem iPhone einen Personal Hotspot aufbauen muss, der die restlichen Geräte* im Haus mit Netz versorgt. Dass die gedrosselte Geschwindigkeit zu gar nichts taugt, dürfte jeder schon erfahren haben. Trotzdem war es meine einzige Möglichkeit.

Free Tarife als Lösung

Mittlerweile gibt es bei o2 die Free-Tarife, die nach verbrauchtem Datenvolumen. Nach einiger Beratung mit der Social Media-Abteilung habe ich dann zugeschlagen und mich für XL entschieden mit 8GB Datenvolumen.

Im ersten Moment klingt es arg wenig, wenn man sein Datenvolumen auf fast die Hälfte reduziert, allerdings war ich hoffnungsvoll, da ich mir von der „Drosselung“ auf 1MBit/s eine Menge versprochen habe. Eine Milchmädchenrechnung: Datenvolumen um 45% gemindert, Drosselgeschwindigkeit auf 3200% erhöht. Klingt vielversprechend.

Das Fazit – Binge Watching als Beweis

Und das ist es auch. Hochmotiviert habe ich am ersten Tag der Drosselung vor 14 Tagen, also genau in der Mitte des Rechnungsmonats, meinen Netflix-Account reaktiviert und mal so einiges nachgeholt.
Das Ergebnis: der Wahnsinn. Statt nach 14,5GB den Kopf in den Sand zu stecken, hab ich noch einmal 300% meines Datenvolumens verbraucht. Zwar mit eigentlich lächerlichen 1MBit/s, aber in Zeiten, in den manche Menschen immer noch ISDN vermissen, kann ich mir wirklich nicht beschweren.

o2free Datenverbrauch Oktober 2016

Natürlich, der Seitenaufbau rast nicht, aber aus den letzten zwei Wochen kann ich berichten: das iPhone liegt entspannt auf der Fensterbank, der AppleTV streamt Netflix (okay, SD wäre jetzt übertrieben, aber das macht auch das Abo günstiger und lässt sich in den Netflix-Einstellungen konfigurieren) und ich arbeite am MacBook – was will ich als mehr?

Vorbei die Zeiten, in denen man gedrosselt warten musste, bis bei WhatsApp ein Bild geladen wurde.
Damit wirbt o2 und hält, was es verspricht.

Einige Speedtest mit Ookla zeigen, dass auch die Geschwindigkeit weitestgehend eingehalten wird, wobei ich die Schwankungen auf die Kombination von Speedtest, Netflix und FTP schiebe.

o2 Free Speedtest via Ookla

Alles in allem also eine Umstellung, die sich mehr als gelohnt hat und die ich wirklich jedem empfehlen kann. Ich starte dann mal die nächste Folge …


*ein Kindle, ein MacBook Pro

 

Just another pic on the wall

Das ist es nun also, mein kleines, aber feines Büro, in dem ich tagtäglich diese Dinge im Internet mache. Es ist gemütlich, keine Frage, aber wer sich das Bild ansieht, der merkt recht schnell, dass etwas fehlt – Farbe! Daher hatte ich bereits vor einiger Zeit um eure Unterstützung gebeten, auf dass Ihr mir Bilder zuschickt, damit sie recht schnell voll und bunt wird.

Doch scheinbar, will das Ganze nicht so recht klappen, zumindest ist bisher nur ein einziges Bild vom lieben Gilly hier eingetrudelt. Nachahmer sind natürlich gerne gesehen und ich würde mich freuen, wenn Ihr euch etwas Schönes ausdenkt, das eurer Meinung nach hier an die Wand gehört. Optimalerweise natürlich gerahmt (was für ein Rahmen das auch immer sein mag, ist euch komplett selbst überlassen!), aber auch eine Postkarte oder ein Poster wird selbstverständlich aufgehängt!

Na okay, wer nun glaubt, dass ich mir seine altes Himmler-Bild oder die Körperöffnungen seiner Oma an die Wand hängen möchte, der muss damit leben, dass ich ihn natürlich erwähne. Wer mir also helfen möchte dabei, das ein oder andere Bild an die leere Wand zu bringen, der ist herzlich eingeladen. Die Adresse findet sich im Impressum. Vielen Dank schon mal im Voraus!

 

Zurück zur analogen Notiz – Teil 1

Wie jeder, der irgendwann einmal angefangen hat, Notizen, Gedanken oder Ideen zu sammeln, Aufgaben zu verwalten oder einen Kalender zu pflegen, landet man sehr schnell bei digitalen Lösungen. Apps, geteilte Kalender, Diagramme und so weiter erleichtern uns dabei die Arbeit – mein man zumindest. Stopp! Darum geht es hier eigentlich noch gar nicht. Kurz: ich steige um auf das analoge Modell der Organisation solcher Dinge.

Ich bin vor kurzem auf das System vom Bullet Journal aufmerksam geworden, habe aber festgestellt, dass es mir nicht zu 100% den Nutzen bringt, den ich gern hätte. Abgesehen davon, finde ich das dazu angebotene Notizbuch etwas arg teuer und habe daher beschlossen, das System für mich zu erweitern und meinen Bedürfnissen anzupassen. Und da mir 250 Seiten für ein langfristiges Notizbuch doch etwas wenig erscheinen, habe ich beschlossen, mein eigenes zu entwerfen und bei epubli produzieren zu lassen – Stückzahl 1. Jetzt dachte ich, das perfekte Cover für das Notizbuch gefunden zu haben, doch nicht zuletzt der Artikel Fake Book Covers on the Subway vom lieben René, hat mich dazu gebracht, noch mal ein wenig zu experimentieren und nun steh ich da! Ich kann mich nicht entscheiden!!

Klar, ich könnte jetzt jedes Cover produzieren lassen, aber leider macht der Esel, der mir sonst das Geld scheißt, gerade ein Praktikum bei der AfD und mit 500 Seiten dauert es nun mal, bis ich das nächste Buch anfangen könnte. Also brauche ich eure Hilfe! Ich habe eine kleine Auswahl von 8 Covern hochgeladen und bitte euch um eure Meinung, welches ich nehmen sollte. Gerne per Mail, in den Kommentare oder wie auch immer – nur hilfreich und schnell, bitte! Eine kurze Erklärung noch: fragt nicht, welcher Sinn hinter den Covern steht. Ich habe einfach mal auf die Schnelle etwas produziert – mal als wirkliches Cover mit richtigem Bezug und mal als (mitunter schlechtem) Scherz.

Ich mag den Gedanken, dass es nicht einfach nur ein Notizbuch ist, sondern im Café liegt, mal bei einem Meeting rausgeholt wird und auf den ersten Blick Fragen aufwirft. „Warum liest der das?“, „Von wem ist das?“ und „Wo kann ich das kaufen???“ Zur letzten Frage gibt es im zweiten Teil dann mehr, wenn das Buch produziert vor mir liegt und schon etwas getestet wurde. Aber kurz: nirgendwo! Aber warum, das erfahrt ihr bald. Vielen Dank für Eure Hilfe!5 3 4 6 7 82 1

 

Schüss ⚓️❤️👋🏻👊🏻

Seit drei Jahren bin ich nun hier … da, wo die wilden Kerle wohnen, unten am Hafen und welche Klischees an dieser Stelle noch angebracht sind. Vor ziemlich genau drei Jahren zog ich nach Hamburg um hier mein Glück zu finden. Dem geneigten Begleiter meines Lebens ist es nicht unbekannt, dass ich es nicht gefunden habe. Dass ich vermutlich nicht gescheitert bin, aber die Reißleine ziehen muss („… und jetzt geht der Fallschirm auf“).

Das Heimweh wuchs mit der Distanz zur Region hier oben. Wohnen in Hamburg und Schleswig-Holstein, arbeiten in Niedersachsen und leben in der eigenen Fragestellung, ob das alles so richtig ist. Heute ist nun dann der Tag, wo es zurückgeht und ich ein letztes Mal meine Koffer in Richtung NRW ziehe … nur diesmal ohne Rückreise am Sonntag. Vermutlich Zeit, Abschied zu nehmen … und zu danken. Danke für drei Jahre, in denen ich viel gelernt habe … wer Freund und wer Vertrauter ist.

Danke für Menschen, die mich nicht haben untergehen lassen und nie aufgegeben haben, mich zu unterstützen und aus jeder noch so ausweglosen Situation zu retten. Danke für das Verständnis dafür, dass man manchmal nicht mehr anders kann als aus der dünnen Haut zu fahren und Dinge tut, die das Prädikat „Fragwürdig“ schon mehr als beanspruchen. Danke für die schönen Zeiten hier, die Möglichkeiten, die ich nie genutzt habe und die Art zu Leben, die ich doch gar nicht so haben will, wie ich das schon mal dachte.

Und nicht zuletzt Danke für die Zukunft, die sich vor Allem aus der Vorfreude, dem Vertrauen und der Perspektive bildet, dass alles besser, anders, solider und stärker wird, als jemals zuvor. Das war bestimmt nicht der letzte Besuch am Hafen, aber im Moment bin ich froh, dass der Abschied am Bahnhof heute morgen nicht viel Zeit für Emotionen ließ.

Zum Abschied noch ein obligatorisches Kettcar-Zitat, das gerade gut genug dafür ist, den schmalen Grat zwischen Ehrlichkeit und Kitsch komplett ad absurdum zu führen. „… jetzt geht der Fallschirm auf, na dann herzlich willkommen Zuhaus. Und ein letztes mal winken und ich bin raus.“ In diesem Sinne: Schüss Hamburg … hau rein, Digger ⚓️❤️👋🏻👊🏻

 

(If) we could steal time just for one day, Mr. Bowie

My death waits to allow my friends A few good times before it ends Let’s not think about the passing time

Man weiß fast gar nicht, was man sagen soll – es gibt wenige Künstler, deren Tod mir nah geht und wo ich einen herben Verlust sehe. Ein paar nur noch, die das schaffen. Ein paar habe ich schon erlebt. Bowie ist definitiv einer der härtesten. Unheimlich viele schöne Erinnerungen, eine gewisse Verehrung eines Mysteriums. Vor kurzem habe ich noch das Feature über seine Zeit in Berlin gehört, mein Bowie/Kinski-Tattoo zu planen begonnen und mich sehr auf das neue Album gefreut, noch ein mal „Das Labyrinth“ gesehen und immer wieder meinen WhatsApp-Status auf „I will be king And you, you will be queen“ geändert … Ich halte nicht viel davon, Prominenten hinterher zu trauern, weil ihr Tod keinen direkten Einfluss auf mein Leben hat. Aber es gibt Ausnahmen. Und das hier ist eine. Eine verdammt große … Mach es gut …

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PS: Ich habe seit einiger Zeit ein IFTTT-Recipe laufen, das wahllos Bowie-Gifs in meinen Twitterstream packt. Ich werde es laufen lassen …

 

Fürs Herz und den Bestatter

Okay, jetzt legt die Werbung aber richtig los und verliert immer mehr Tabus. Der emotional-suizidale EDEKA-Opa dürfte mittlerweile mehr Klicks als Anrufe seiner Kinder und Enkel haben und lädt sogar zur Parodie ein. Das Thema Tod ist nun also in der Werbung richtig angekommen … nicht als schockierendes Element, so wie es früher der Fall war, sondern als herzergreifendes Moment mit einem Augenzwinkern. Da passt auch der Jack Daniel’s Spot rein, den @Agent_Dexter bei Twitter postete.

 

#heimkommen

So schön der EDEKA-Spot auch war, diese Parodie von drei schlechten Schauspielern, einem guten Sänger, einem Friseur und Olli Schulz bringt die Kontroverse noch mal auf den Punkt und ist wirklich einen Klick wert. Ich mag die Leute von Circus Ramba Zamba, oder wie das heißt, wirklich nicht, aber manchmal hauen sie dann doch etwas raus, das mich zum Schmunzeln bringt. Und irgendwie sieht Udo Waltz ja aus, wie der Parade-Opa für das Heimkommen an Weihnachten. Auf jeden Fall gelungener, als die peinliche Variante der Deutschen Bahn.

 

Wo zur Hölle is Mattes??

Ja, sicher – wer mal im Internet unterwegs war, für den ist „Where the hell is Matt?“ ein alter Hut. Eigentlich eher ein Evergreen, wenn es so was im Internet überhaupt gibt. Aber hey, er ist immerhin auf youshouldhaveseenthis.com, hat ‘nen Wikipedia-Eintrag und sicher vierunddrölfzig Views bei YouTube – was auch immer das heißen mag. Ich liebe dieses Video und werde einfach nicht müde, es immer und immer wieder Menschen zu zeigen, die dem Netz nicht so verfallen sind wie unsereins. Daher hier noch mal die Variante von 2008 (die Stelle bei 2:37 😍)

Nun wird es eine Neuauflage geben – mit Sicherheit. Per Crowdfunding finanziert und indirekt mit Voting, wo der gute Mattes denn nun diesmal tanzen soll. Hätte man jetzt Geld … Schön zusammengefasst wird das Ganze noch mal hier beim großartigen Oatmeal: http://theoatmeal.com/blog/where_matt

 

Bierkastenautomat

Ich trink ja keinen Alkohol mehr, daher bin ich alles andere als Zielgruppe, aber in so manchen Zeiten wäre so ein Automat echt Gold wert gewesen. Für alle, die keine Lust mehr haben, wackelige Pappsixpacks von der Tanke nach Hause zu tragen, gibt es eine Bierkastenautomaten in Belgien.

Das gehört definitiv in die Sammlung der verrückteren Automaten … mal sehen, vielleicht finde ich ja Zeit und sammle noch ein paar. Der Klassiker für mich ist ja nach wie vor der

via drlima

 

Familiärer Alltagsrassismus

„Ich bin zwar kein Nazi, aber …“ ist der Lieblingssatz von NPD-, DVU, AfD-, CSU, SVP(CH) und FPÄ(A)- Mitgliedern, die nur, weil sie pauschal etwas gegen alle Ausländer, Juden, Moslems, Homosexuelle und Schwarze haben, noch lange keine Nazis sind. Als Heimat dieses sehr beliebten Satzes zählen u.a. Facebook, YouTube und Twitter (die auch nicht Gesichtsbuch, DuRöhre und Zwitscherer heißen, wir sind ja nicht unter Nazis). Dieser Satz ist auch bekannt als der kleine Bruder von „Das wird man doch wohl noch sagen dürfen.“ (via Stupidedia)

Konsequenterweise müsste ich diesen Post beginnen mit „Ich bin zwar dein Onkel, aber …“, doch die Problematik des Alltagsrassismus beläuft sich natürlich auf weitaus mehr Bahnen, als nur im familiären Bereich oder Freundeskreis. Dennoch schmerzt es immer dann auf eine besondere Weise, wenn man zu lesen, spüren oder hören bekommt, dass die Menschen, mit denen man eine emotionale, blutgegebene oder vergangenheitsbasierte Verbindung teilt, sich von Dummheit, Fremdenhass und fehlender Logik verleiten lassen, Parolen und Phrasen gefährlichen Ursprungs zu skandieren.

Scham und Unverständnis versammeln sich in der Magengegend und die Frage, ob man so etwas nicht hätte früher erkennen können, kriecht von unten in die Gedanken. Würde ein Reporterteam mit laufender Kamera vor mir stehen, wäre meine Antwort vermutlich „Nein, ich habe nie etwas geahnt“ – nie geahnt, dass Freunde, Bekannte und Familienmitglieder im Stande sind, ihren Alltagsrassismus in sozialen Medien öffentlich kundzutun, herauszuschreien und zu unterstützen, was verbrämte und Ideologien verbreitende Gruppierungen (manche nennen sich sogar Parteien) mit Fackeln Schlachtrufen durch die Schichten unserer Gesellschaft tragen. „Das wird man ja wohl noch sagen dürfen“ heißt in diesem Zusammenhang natürlich auch ganz deutlich „das werde ich ja wohl auch hier sagen dürfen“, denn – machen wir uns nichts vor – der praktizierte Kleinrassismus ist seit jeher Bestandteil unseres Alltags. Früher waren es Listen, kleine Zeichnungen oder Ähnliches, das im Freundes- oder Familienkreis verbreitet wurde. Und jeder hat einige rassistische Witze in petto. Sicher fast ebenso viele, wie Phrasen und Ausflüchte, die begründen, warum man kein ausländerfeindliches Gedankengut in sich tragen könne – „Ich habe sogar einen Italiener in der Mannschaft“ ist sicher ebenso verbreitet, wie „Wir gehen regelmäßig zum Griechen und der Vassily ist ein ganz Lieber!“

„Der Türke kann Kaffee, Döner, Bauchtanz. Mehr nicht. Das ist kein Vorurteil, sondern historisch erwiesen. Die alten Griechen, die haben historisch was geleistet, aber der Türke, da wird es eng.“ (aus „Stromberg“)>

In den eigenen vier Wänden konnte man ja schließlich tun und lassen, was man wollte. Insbesondere da herrscht ja Meinungsfreiheit und niemand sollte kontrollieren, was da gesagt wird und welche Meinung dem Gegenüber kundgetan oder gar aufgehalst wird – heutzutage gilt das natürlich nur für die Sprache, die gesprochen wird. Aber damals – da hat man ja auch noch lieber Wolfenstein gespielt, weil das mit dem Hitler so besonders war. Ein gewisser Reiz des Verbotenen lag in der Luft, wenn Dinge gesagt wurden, die man ja wohl noch sagen darf. Da wurde noch angemerkt, dass der neue Mitarbeiter im Betrieb für einen Türken gar nicht mal schlecht sei und „dem seine Aishe janz juut kocht!“. Doch nichtsdestotrotz bestand damals schon ein latenter Fremdenhass oder zumindest war eine große Fremdenskepsis deutlich spürbar. Und natürlich auf eine gewisse ansteckende Weise, denn wenn man als Heranwachsender häufig mit Vorurteilen und Argumenten gegen Flüchtlinge aus Jugoslawien konfrontiert wird, ist eine Skepsis eine Folge.

Doch scheinbar hat sich für den geneigten Gartenzaunnazi, der auch mal was gegen die Anderen sagen möchte, in den letzten Jahren eine neue Gartentür aufgetan, die es zu durchschreiten gilt: das Internet! Warum sollte man sein kleingeistiges Gedankengut denn auf die eigenen vier Wände voller guter deutscher Eiche beschränken, wenn das zustimmende Nicken anderer nun auch durch einen Klick auf „Gefällt mir“ erzielt werden kann? Und da der Kanal nahezu unbegrenzt zur Verfügung steht, sind spontane und weniger auf die Wirkung bedachte Aussagen schneller getroffen, als man den rechten Arm hochreißen kann.

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Doch wie geht man damit um, wenn das Profil hinter so einer Aussage ebenso in der eigenen Freundesliste, womöglich sogar im Familienkreis zu finden ist? Manche sind der Meinung, dass solche intellektuellen Fehlleistungen durch Ignoranz gestraft werden sollten – „zeig ihnen nicht, dass es dich ärgert, sonst hören sie nie auf“ hat Mutti schon immer gesagt. Doch ist das wirklich der richtige Weg?

Entfolgen, entfreunden, blocken und aus dem eigenen digitalen Leben streichen? Oder sich doch der Aufgabe stellen und der Dummheit einen Spiegel vorhalten. Wie Holger Klein immer so schön sagt „Mit Nazis diskutiert man nicht – Nazis lacht man aus“. Es macht nämlich wirklich Spaß und beruhigt, wenn man Menschen, deren Talent beim Auffangen der verteilten Gehirne nur dazu reichte, einen Arm zu heben und den auch nicht komplett, damit konfrontiert, wie gehaltlos und fehlerhaft recherchiert ihre Beweise für den Untergang des deutschen Volkes und besonders die Islamisierung eben dessen sind.

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„Wo ist denn da die Quelle?!!?“ schreit der Kleingartennazi und kann bei Erfüllung seines Wunsches (und der damit verbunden Panik ob der Fehlerhaftigkeit seiner Aussage) nur noch auf den Zeitpunkt der Daten verweisen und verstummt schließlich vollends. Dass das Posting über die Türken in der Schule nunmehr 4 Jahre alt ist, bedarf an dieser Stelle keines Kommentars.

Aber auch in die andere Richtung macht die Verwendung von Quellen wirklich gute Laune. Der Facebook-Faschist recherchiert ja nicht gern, sondern teilt lieber hetzerisch aufgemachte Bildchen und ignoriert korrigierende Hinweise.

hunde

So viel Feindesgruppen in nur einer fehlerhaften Behauptung. Der böse Asylant bekommt ja noch mehr als ein Polizeihund! Und der blöde Polizist tut ja nicht mal was gegen den kriminellen Ausländer! Und hat dann noch einen Hund, der mehr bekommt als ein Hartz IV Empfänger? Nein, aber Hinweise auf den Fehler hinter einer solchen Aufstellung werden natürlich ignoriert. Es geht ja auch unter, zwischen all den anderen geteilten Beiträgen, die die Wahrung des deutschen Kulturgutes optisch und die Opferrolle des armen Deutschen inhaltlich propagieren.

vonheute

Tja, das Deutschland von heute. Wie Don Alphonso in der FAZ so schön erklärt, ist das Deutschland von heute tatsächlich ein wenig auf dem Wege, dem Rest der Welt einen Scheiß zu schulden, allerdings in anderen Maßstäben.

Es hat unendlich viel Arbeit im Grossen und Kleinen und viel Geld der USA gekostet, um nach 1945 mit den anderen Staaten Europas wieder so weit ins Reine zu kommen, dass sie sich auf eine Zusammenarbeit mit Deutschland eingelassen haben. Adenauer in Moskau, Brandt in Warschau, das sind nur die bekanntesten Beispiele dafür, wie man früher die Sache angepackt hat: Demütig. Überhaupt nicht als Herrenmensch.

[…]

„Vertraut uns“, war das Credo der deutschen Europapolitik der letzten 70 Jahre. „Befolgt unsere Anweisungen, wenn ihr wollt, dass wir euch vertrauen“, ist das neue Motto, und leider ähnelt es dem, was davor unter dem Joch der Deutschen in Konflikten üblich war.

Warum sich das nun ändert? Vielleicht wirklich, weil wir einen Schlussstrich unter unserer nationalsozialistischen Vergangenheit ziehen. Dies aber dann nicht ob des puren Schlussstrich-ziehen-wollen, sondern vielmehr als Folge einer Politik der letzten Jahrzehnte. Allerdings bleibt für mich dabei immer noch zu bedenken, dass eine Vergangenheitsbewältigung zwar abgeschlossen, ein Vergangenheitsbewusstsein jedoch niemals ad acta gelegt werden kann.

Doch genau dieses Bewusstsein existiert in den Köpfen der Facebook-Faschisten in verquerer Form. So wird die eigene – oder geteilte – Hasstirade gerade damit untermauert, nun endlich doch auch einmal den Mund aufmachen zu dürfen. Wurde man doch all die Jahrzehnte unterdrückt und durfte niemals etwas sagen – nicht gegen den Juden, den Türken oder den Franzosen. Doch pickt sich der Absender an dieser Stelle die Rosinen aus der großdeutschen Vergangenheit, wie Holger Klein und Toby Baier im letzten Realitätsabgleich anführen: wer einen Schlussstrich unter der nationalsozialistischen Vergangenheit setzen möchte, sollte auch aufhören, das Wunder von Bern immer noch als deutsche Meisterleistung hochzuhalten.

Schließlich haben wir in der Gegenwart ja genug Sorgen und Probleme als hartarbeitender, tüchtiger Deutscher. Einwanderungsfluten, Islamisierung des Abendlandes und überteuertes Tankstellentoastbrot machen dem guten Deutschen Angst und lassen nur eine Konsequenz zu: eine Stärkung rechtsgesinnter Parteien und Organisationen, Aufmärsche und Dummheiten verpackt in schlechten Grafiken. Ähnlichkeiten zu eigentlich zu vergessenden Momenten der deutschen Geschichte sind natürlich unbeabsichtigt und vermitteln kein Gedankengut. Und auch der Name der Facebookseite strahlt eine gewisse Friedfertigkeit aus.

volk

Aber was hat das Ganze eigentlich nun mit der Überschrift und dem Auftreten im Kreise der lieben Verwandten zu tun? Sie teilen es. Sie stehen hinter diesen Aussagen und werden somit zum Unterstützer und Verbreiter eines Alltagsrassismus, der die Keimzelle eines bevorstehenden Wiederkehrens der Vergangenheit, die wir ja eigentlich über einem Schlussstrich vergessen sollen. Sie vertreten eine Ansicht, die ich nicht nur nicht teile, sondern die ich als widerwärtiges Gedankengut zutiefst verachte und – so hart es auch klingt – das mich dazu bringt, mich für diese Menschen zu schämen, weil genau die es sein könnten, die in Rostock Lichtenhagen in vollgepissten Jogginghosen Parolen skandieren.

Reih dich ein in die Jogginghosen vollgepisst, du dummer mieser kleiner Rassist.

Vom Teilen bei Facebook bis zum Wurf eines Steins mag es zwar ein paar Schritte sein, aber der Grundstein ist gelegt. Und wenn derjenige den nicht aufhebt und wirft, dann vielleicht sein Nachkomme, der mit diesem Gedankengut aufgewachsen ist, weil Mama und Papa nicht nachdenken wollten und sich lieber an Parolen von Neonazis und anderer Gesinnungsgenossen gehalten haben.

Wer über Flüchtlinge öffentlich schreibt, man müsse “diese Maden auslöschen”, wer kommentiert: “Öffnet die KZs endlich wieder” – der ist ein rassistisches Monster, und jeder, der bei solchen Äußerungen “Like” klickt, ebenso. Denn diese Leute meinen das ernst. Und alles, was zwischen ihnen und einem terroristischen Mordanschlag auf Flüchtlingsheime steht, ist fehlender Mut. Und das leider immer seltener. 2015 steuert auf einen traurigen Rekord hin. Nach sechs Monaten gab es bereits 150 Anschläge auf Flüchtlingsheime, eine 75-prozentige Steigerung gegenüber 2014 und von 680 Prozent (!) gegenüber 2013.

(Sascha Lobo)

Nicht, dass einer meiner Verwandten so etwas schon getan hätte, aber vielleicht ist das auch nur die letzte Hürde, die es bis zu so einem Post zu überspringen gilt. Bis dahin bleibt ja noch das Teilen anderer, fragwürdiger Artikel von Neonazis bei Facebook.

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Solche Artikel hingegen bringen mich dann endgültig zu der Frage, wie man solchen Dingen begegnen soll. Und irgendwann erreicht die kleine Stimme in meinem Kopf, die sagt „Einfach auslachen oder ignoreren“ mein Gehirn dann auch nicht mehr und Reaktionen müssen her. Dass ein Kommentar auf meine Erwiderung natürlich ausbleibt dürfte selbstverständlich sein. Nichtsdestotrotz ist es mir wichtig, so etwas nicht unkommentiert stehen zu lassen.

So viel Dummheit und Halbwahrheit in einem einzigen Post. Aber was tut man nicht alles für ein kleines bisschen Aufmerksamkeit bei Facebook.

Die Welle von Fremdenfeindlichkeit, die ich in den letzten Monaten immer häufiger hier zu lesen bekomme, widert mich wirklich an. Insbesondere dann, wenn Menschen versuchen, ihre Abneigung und eventuell den fehlenden eigenen Wohlstand zu mit vermeintlichen Fakten zu untermauern versuchen.

Horden von Lampedusa-Flüchtlingen? Als Dank bekommt man Drogenhandel? Mich würde interessieren, woher diese Fakten stammen. Aber mit ein paar Begrifflichkeiten um sich geworfen, klingt der eigene Unmut doch gleich viel neutraler.

Wie sieht eure persönliche Erfahrung mit Flüchtlingen aus? Meine kann ich euch erzählen: an Silvester 2013/2014 war ich auf der Reeperbahn unterwegs, nicht weit von der St. Pauli-Kirche, in der einige Flüchtlinge untergebracht waren. Wir waren in einem Irish Pub und mir fiel ein Mann auf, der in etwa in meinem Alter war und komplett verängstigt in der Ecke stand und sich sichtlich unwohl fühlte. Er hatte keine Horde wohlgenährter Mitmenschen um sich, nicht mal ein Getränk in der Hand. Ich weiß es nicht, aber ich vermute, dass die Flüchtlinge an so einem besonderen Tag vielleicht auch einmal feiern gehen wollten / sollten. Nach feiern sah mir sein Verhalten jedoch nicht aus. Der Mann war verängstigt und fühlte sich unwohl. Fremdes Land, fremde Sprache und nicht akzeptiert.

Fehlende Akzeptanz, fehlende Möglichkeit der Eingliederung (insbesondere bei ungeklärten Verhältnissen durch illegale Einreise) führt natürlich keinesfalls dazu, dass die schiefe Bahn lukrativ erscheint. Das würde einem guten Deutschen ja nicht passieren. Hier nicht und schon gar nicht im Ausland. In seiner Heimat ist der Ausländer natürlich auch schon immer kriminell gewesen. Sonst könnte er die 8000–10000 Dollar ja auch nicht aufbringen und bar bezahlen. Denn so läuft das ja immer. Vermutlich gibt es Ticketschalter an Flüchtlingsbooten.

Richtig, der kleine Ildi wird nie nach Deutschland kommen, sofern ihm kein Tumor wächst und RTL und Co. ihn für das gute deutsche Gewissen einlädt und ihm ein Fußballtrikot schenkt. Und er wird keine gute Zukunft haben. Er wird auch nie eure Facebook-Posts lesen müssen. Aber wenn ihr ihm helfen wollt, dann macht doch einfach mal Folgendes: Für jedes Mal, wenn euch der gemeine, böse Ausländer aufregt und ihr euch ungerecht behandelt fühlt, spendet einen Kleinstbetrag in Richtung Ildi über https://sharethemeal.org/de/ oder Ähnliches. Das wäre doch eine Maßnahme und der hinterhältige und gefährliche Mann aus Afrika bekommt nichts ab.

Ach, das geht ja gar nicht. Ihr müsst ja gucken wo ihr bleibt, weil der Ausländer euch eure Jobs weg nimmt oder ihr den dicken Fernseher abbezahlen müsst. Genau so, wie der Flüchtling vermutlich auch seine Überfahrt – ein Leben lang …

Und was ist nun das Fazit des Ganzen? Ich kann mich mit dem Gedanken nicht anfreunden, solche Dummheiten zu ignorieren und mit anzusehen, wie die Kleinrassisten sich und ihre Mitmenschen in den Abgrund ziehen und werde daher weiter, wenn mir der Sinn danach steht, auf solche Dinge eingehen und sie kommentieren. So lange, bis sie meiner impertinenten Art überdrüssig sind und sich überlegen, solche Aussagen zu verbreiten oder mich aus ihrem Dunstkreis zu entfernen.

Ach ja, dass ich die Namen der betroffenen Verwandten und Freunde verborgen habe ist natürlich meiner Höflichkeit geschuldet. Ich denke, dass die Betroffenen sich dennoch angesprochen fühlen. Denn so etwas wird man ja wohl noch sagen dürfen …

 

Impfgegner sind eine Erfindung der Impfgegnerindustrie 1!!1elf


(via Blogrebellen)

Ich war früher ja der festen Überzeugung – und bin es teilweise heute auch noch – meinen Körper durch schiere Überzeugungskraft (in diesem Moment müssten eigentlich mehrere Spots auf mich gerichtet werden) von seiner Gesundheit zu überzeugen oder zumindest eine bevorstehende Krankheit zu verhindern. Ich fand es immer recht faszinierend mir einzubilden, sich ankündigende Lippenherpesbläschen könnten morgens nur Konzentration verhindert oder vermindert werden. Vielleicht Quatsch, aber irgendwie hat es geklappt. Ich habe dadurch nicht das Virus besiegt oder eine Heilung erzeugt, das ist mir klar. Vielleicht habe ich aber einfach eine Art Fokus auf eben diese Stelle gelegt – ebenso wie Shaolin-Mönche ihre Energie in der Magengegend sammeln bevor der Schlag mit dem Holzstock kommt. Wie viel Ironie und wie viel Wahrheit nun in diesem Absatz steckt ist unerheblich. Für mich hat es für den konkreten Fall hin und wieder funktioniert. Und vielleicht ist das auch schon mein Fazit zum Thema Homöpathie und Anti-Impfungskampagnen. Für mich …

Ja für dich du Schlaumeier! Nur weil dir bei ein paar quersitzenden Fürzen, die du sonst als Meinung tarnst, die Einnahme von Liebesperlen geholfen hat, heißt es nun nicht, dass der Rest der Welt die Rummelplätze der Nation stürmen muss, um sich kleine Nuckelflaschen mit Zuckerkugeln zu besorgen.

… in dem konkreten Fall

Oh, deine Kopfschmerzen wurden schwächer, nach dem du Globuli mit Ruhe, Entspannung und vielleicht sogar etwas Schlaf kombiniert hast? Schon verrückt – dann sollten wir vermutlich direkt Darmkrebs mit Eigenurin wegspülen und Esspapier auf eiternde Stümpfe legen.

… hin und wieder funktioniert.

Richtig! Es gibt keine Regel, wann und wie so etwas funktioniert und auf welcher Basis sich eine Wiederholung einstellen sollte.

Aber eigentlich sollte es mir ja egal sein, wer was mit seinem Körper wann anstellen möchte –Blähungen wegdenken, Schnupfen wegtanzen, Lupus wegreden. Wo der Spaß jedoch aufhört, ist die Debatte um Impfung. Die brauchen wir ja nicht, wie wir oben in dem Video gelernt haben. Es gibt ja keine Krankheiten. Alles Erfindung der Pharmaindustrie! Im Übrigen ist Benzin auch nur eine Erfindung der Ölkonzerne und unsere Autos fahren prima mit gutem Zureden. Doch, es gibt sie. Sie sind präsent und ansteckend. Und daher ist es für mich relevant, dass Impfgegner existieren. Da wird das ungeimpfte Kind im Kindergarten schnell zur Schleuder, der Krankheitsherd wird zur Krankheitsküche und – zack – dann haben wir den Salat, um mal beim kulinarischen Bild zu bleiben.Impfen ist ein mitunter notwendiger Prozess zur Wahrung eines gewissen Gesundheitsstatus des eigenen – und nun wird es wichtig – und der Körper anderer Menschen. Impfen ist wichtig, damit ich anderen nicht schade – weder gesundheitlich durch Ansteckung, noch finanziell durch teure Folgebehandlungen, die sich auf die Krankenkassenbeiträge niederschlagen, noch emotional durch belagernde und bevormundende Vorträge über die Sinnhaftigkeit von Impffreiheit.

Du armer Impfgegner fühlst dich jedoch bevormundet? Deiner Mündigkeit und deiner eigenen Entscheidungsfähigkeit beraubt, weil der böse Staat dir auferlegen – ja dich sogar zwingen – könnte, Impfungen vornehmen zu lassen? Natürlich gestützt von der Pharmaindustrie. Der gleiche böse Staat, der möchte, dass du dich anschnallst, dich krankenversicherst, ein gewisses Maß an Schulbildung genießt. Ein furchtbar böser Staat. Und dann auch noch diese bösen Mitmenschen, denen daran gelegen ist, nicht mit krankheitsübertragenden Menschen in Kontakt zu geraten – zumindest nicht so lange sie Überträger sein können. Böse Menschen. Eigentlich ist es mir ja egal – lasst euch nicht impfen, esst Butterkekse gegen Hirntumore und hört Roger Whitaker bei Darmbeschwerden. Aber lasst mich damit in Ruhe und gefährdet mich nicht. Und denkt vielleicht ab und an mal nach.

 

Zurück in die Zukunft im UCI

Nächstes Jahr ist es dann nun so weit – wir bekommen Hoverboards, fliegende Autos und pixelige 3D-Haie, die uns von Kinovordächern zu fressen versuchen. Nächstes Jahr ist 2015, der Schauplatz von „Zurück in die Zukunft II“ Immer häufiger kommt in den letzten Jahren der Ruf hoch, die Zukunft und den Film wahr werden zu lassen – etwas übertrieben natürlich. Aber die Begeisterung für den Film ist ungebrochen. Nicht zuletzt bewiesen durch den Erfolg des Hill Valley Projects auf Twitter und der Kooperation mit Lego, von der ich auch profitieren konnte.

Immer wieder kommen Gerüchte auf, dass der Cast sich wieder zusammenschließen würde. Wofür genau, ist nie bekannt. Aber allein die Bilder von Michael J. Fox neben Christopher Lloyd entlocken so manchem ein „Hach“. Das letzte kurze Aufleben eines Revivals war der „Johnny be good“-Auftritt von Fox gemeinsam mit Chris Martin im November 2013 anlässlich einer Benefizveranstaltung von Fox” Parkinson Organisation.

Überraschenderweise kam letzte Woche dann auch noch die Meldung, dass die UCI Kinowelt am 20. Januar 2014 den ersten Teil deutschlandweit in einer Vorstellung zeigen werde. „Zurück in die Zukunft“! Im Kino!! In groß!!! Kann man sich doch nicht wirklich entgehen lassen.

Warum UCI den Film in Zusammenarbeit mit TNT nun noch einmal bringt, 29 Jahre nach dem Erscheinen, ist nicht wirklich schlüssig, lässt sich aber durch den oben genannten Hype erklären – gerade ein Jahr vor dem Jahr des sagenumwobenen Nike-Schuhs. Abzusehen also, dass wir 2015 Teil 2 und 2016 Teil 3 auf großer Leinwand sehen werden. Denn wenn der gestrige Abend eins bewiesen hat, dann ist es die Zeitlosigkeit des Films.

Zugegebenermaßen nicht im größten Saal sammelten sich einige Fans um, nicht zuletzt verwundert über fehlende Werbung und Trailer und den damit verbundenen pünktlichen Beginn, sich zunächst einmal dem merkwürdigen Gefühl ausgesetzt zu sehen, einen wirklich alten Film in Stereo über die Leinwand flimmern zu sehen, der scheinbar nicht mal die grundlegendste digitale Nachbearbeitung erfahren hatte. Doch so schleppend der Beginn zunächst auch war, so zündeten die gewohnten Pointen und Situationen wie gewohnt und zum Ende hin wurden Textpassagen am Fließband zitiert. Spoiler waren ja ausgeschlossen. Ein rundum gelungener Abend, eine tolle Idee und eine gute Vorschau auf das Jahr 2015.

 

Rauchen

Ein leidenschaftlicher Raucher, der immer von der Gefahr des Rauchens für die Gesundheit liest, hört in den meisten Fällen auf – zu lesen. Winston Churchill

Unheimlich clever, sein Versagen oder seinen fehlenden Antrieb mit einem vielsagenden Zitat einer berühmten Persönlichkeit zu untermauern. Vielleicht ist das der Versuch, dem Laster, das ich noch habe, einen gewissen Mantel der Mystifizierung über zu werfen. Damit die Dummheit und das Suchtverhalten, dem ich mehrmals täglich nachgeben muss, mit einem Witz zu versehen. „Aufhören ist einfach. Ich hab es schon so oft gemacht “… – das Interessante dabei sind die Beweggründe. Schwangerschaft, Finanzen (wobei dies in den seltensten Fällen wirklich ein Grund sein wird, wenn wir den Bildern im Fernsehen Glauben schenken), Gesundheit.

Gründe, mit dem Rauchen aufzuhören habe ich viele. Die Kondition scheint noch in Ordnung zu sein, wird sie ja auch nicht wirklich geprüft, doch Husten und immer wieder ein verschleimter Hals sollten doch langsam mal reichen. Und auch die Frage, was man mit all dem Geld anstellen könne, ist ein interessanter Faktor zur Motivation. Doch das, was mich fast am meisten motiviert, ist Ekel. In den letzten Monaten merke ich immer wieder die negativen Aspekte des Lasters. Es nervt mich nicht wirklich, bei jedem Wetter nach draußen gehen zu müssen, um eine Zigarette zu rauchen, doch immer mehr fällt mir auf, wie ich entweder selbst versuche, Menschen danach nicht zu nahe zu kommen, um sie nicht mit meinem Geruch zu belästigen, oder mich sogar Kommentaren ausgesetzt zu sehen. Recht haben sie natürlich, erinnere ich mich doch nur zu gut an die Zeit, wo ich selbst nicht geraucht habe und angewidert war vom Geruch eines Rauchers kurz nach seiner Zigarette. Somit habe ich also vollstes Verständnis für die Reaktion meiner Liebsten, selbst einige Zeit nach einer Zigarette, keinen Kuss oder meine Hand nicht in der Nähe ihres Gesichts haben zu wollen. Haben wir doch selbst eigene Definition von ekligen Dingen, die wir möglichst nicht riechen, sehen oder fühlen wollen. Die Vorteile zu rauchen oder sogar in einer Gruppe von Menschen alleiniger Raucher zu sein, halten sich extrem in Grenzen. Geselligkeit kann auch ohne überteuerten Tabakkonsum erreicht werden. Und wenn wir ehrlich sind, haben die Zeiten, an denen Rauchen eine Form von Sexappeal á la Jean-Paul Belmondo oder James Dean darstellt, längst den Filter erreicht und gehören ausgedrückt.

Doch wie stelle ich es sinnvoll an? Einfach nicht mehr in die Schachtel greifen – klar! Doch sind die Versuchungen, eine Routine, die man meist allein und ohne Kontrolle aufrecht erhält, lebendig zu halten, sehr groß und erfordern Motivationen, die wir in der Regel nicht bekommen. Und aus dem Alter, wo wir eine Tafel Schokolade bekamen, wenn wir beim Arzt mutig waren, sind wir lange raus. Ich habe mir zur logischen, da finanziellen, Motivation Apps auf mein iPhone installiert, die mir sagen, welchen tollen Gegenstand ich jetzt erreicht hätte, hätte ich an Tag X aufgehört. Doch auch das hat noch nicht die wirkliche Wirkung erzielt. Ich sage mir halt dennoch stets den dummen Satz, den jeder Raucher immer wieder sagt: „Ich rauche gern!“

Stimmt auch ein wenig. Aber mittlerweile würde ich gerne lieber sagen: „Ich bin froh, nicht mehr zu rauchen.“ Ich werde nun mal wieder aufgeben, meine Jacke anziehen, meine Schuhe überstreifen, Schlüssel, Telefon, Feuerzeug und Zigaretten in die Taschen stecken und nach draußen gehen. Ich werde eine Zigarette rauchen und mir Gedanken machen, wie ich es anstelle. Vielleicht hilft mir ja das 3-Stunden-Gespräch von Holgi und Thilo Baum im Bluemoon. Wer weiß das schon“

 

10 für 18

Wenn der Marc fragt, dann antwortet man gefälligst auch – diesmal auf ein kleines Blogstöckchen. Davon kann man halten, was man will, aber immerhin habe ich damit mal wieder einen Post mehr und zumindest für diese Woche meine Pflichten bei den Ironbloggern erfüllt.

  1. Was genau willst Du in den nächsten 10 Jahren erreicht haben?

    Meine Wünsche und Ziele haben sich in den letzten Jahren extrem verändert und von dem klassischen „Haus, Auto, Boot“ bin ich mittlerweile weit entfernt. Ich wünsche mir Zufriedenheit mit meinem Tun, eine schöne Wohnung und geheiratet zu haben. Ach ja. Mein langgeplanter Roman sollte dann auch mal fertig sein.

  2. Was machst Du am liebsten mit Deiner freien Zeit?

    Mich darüber freuen, sie zu haben. Ich sammle gerne Erfahrungen, dies aber auf unterschiedlichste Arten und Weisen. Erlebnisse können da genau so mitspielen, wie ein Serien-Marathon.

  3. Was liebst Du an Deiner Heimatstadt?

    Dazu müsste ich klären, was meine Heimatstadt ist. Meine Heimat dürfte wohl Mönchengladbach sein, die Stadt aus der ich vor 9 Monaten wegzog. Was ich also an ihr mag? Dass ich sie kenne. Und dass ich Menschen dort kenne. Mehr Gründe kann es ja nicht geben.

  4. Wohin würde es Dich treiben, wenn Du wegziehen müsstest?

    Würde ich noch einmal komplett umziehen, wäre Deutschland vermutlich kein Ziel mehr. Skandinavien wäre schön. Oder das ewig erträumte, landschaftlich herbeigesehnte Australien oder Neuseeland.

  5. Hast Du ein Lieblingsrestaurant? Wenn ja, welches?

    Eigentlich nicht, aber ich mag es, zu The Bird in Hamburg zu gehen. In klassischen Restaurants fühle ich mich meist eher unwohl.

  6. Welche Technik-Gadgets trägst Du ständig mit Dir rum oder nutzt Du häufig und gern?

    Mein iPhone.

  7. Wie und wo hast Du mit diesem ominösen Internet angefangen?

    Internetseiten habe ich 1997 zum ersten mal gemacht, damals sogar mit eigener Domain, aber ohne Internetanschluss. Den bekam ich erst 2004 und seitdem nutz ich es intensiv.

  8. Schlägt Dein Herz für Sport? Wenn ja, für welche Art?

    Ich bin so ein Teilzeitfußballfreund. Die Zeiten, in denen ich mir Spielernamen groß gemerkt habe und wusste, was so läuft, sind lange vorbei und seither genieße ich hin und wieder Fußballübertragungen und verfolge meinen Heimatverein Borussia Mönchengladbach.

  9. Was muss man sich, Deiner Meinung nach, unbedingt für Filme anschauen?

    Zurück in die Zukunft, Herr der Ringe und gute Stephen King Verfilmungen. Ich kürze das jetzt hier mal ab, denn das führt viel zu weit.

  10. Du findest 10 Mio. Euro. Was machst Du damit?

    Große Wohnung mit Dachterrasse kaufen, viel kram für mich und sie kaufen. Spenden, meinen Eltern eine Menge zurückgeben. Und eine Agentur gründen.

Und nun warte ich auf die Antworten von Carolin und Matthias.

 

Entspannung

‘Ich bin müde. Geschafft von der Arbeit, geschafft vom Pendeln zwischen Arbeitsplatz und Heimathafen. Sehe die Außenwelt fast nur noch im Dunkeln – na gut, so wird es in der momentanen Jahreszeit wohl jedem gehen, der nicht in irgendeinem Schichtsystem arbeitet. Ich komme nach Hause und möchte mir nur noch etwas Zeit für mich gönnen. Ich lasse mir ein Bad ein und beschließe, meine Gedanken bei einem Glas Whiskey schweifen zu lassen. So ganz zunächst nicht, denn Mad Men ist zu spannend, so dass ich mir zunächst eine Folge davon ansehe, während ich an meinem Glas nippe.

Die Luftfeuchtigkeit steigt und nach der Folge rinnt das Kondenswasser von der Scheibe des Badezimmerfensters. Das Glas ist schon zur Hälfte leer, doch meine Entspannung noch nicht vollständig erreicht. Ich beschließe – nicht zuletzt angeregt durch die sechziger Jahre in der Serie – Jazz zu hören und finde eine wundervolle Spotify-Playlist. Ich schließe meine Augen und genieße den Moment, genieße den Schluck aus dem Glas. Es brennt ein wenig auf der Zunge. Ob das der scharfe Alkohol oder doch nur der Alltag ist, den ich wegspüle, weiß ich nicht. Ich stelle mir vor, ich sei da, sei dort, wo meine Augen noch vor wenigen Minuten waren. Schalte kurz hinüber in die Zeit, die mir die Serie darbietet. Ich bin Don Draper, zumindest die nasse Badewannenversion davon.

Ich trinke Whiskey, zugegebenermaßen Jim Beam Honey, aber das ist in diesem Moment genau das richtige. Das Saxophon tut so, als wäre ich in einem Nachtclub und untermale den Sieg eines Etaterhalts, den ich gerade mitverursacht habe. Es riecht nach Badezusatz, doch in meiner Nase ist es für einen Moment eine Mischung unterschiedlicher Parfums der Menschen, die mit in diesem Club sitzen. Ich nippe noch ein wenig und stelle mir die Frage, wo eigentlich mein Cadillac steht, oder mein Plymouth, mit dem ich gleich nach Hause fahren müsste. Doch den gibt es nicht, eigentlich gibt es gerade nur mich, lauwarmes Wasser, werbefinanzierten günstigen Whiskey und gekaufte Flatrate-Musik aus einem Smartphone. Aber das ist nicht wichtig. Schließlich erfüllt es seinen Zweck – Entspannung an einem langen Tag und die Ausflucht aus der Realität. Für dieses Mal und vielleicht auch beim nächsten mal, wenn die Reise fünfzig Jahre zurück den Alltag für einen Moment vergessen macht.

 

… und der Thees singt uns ein Lied

Hamburg, Große Freiheit 36, 20. November. Als Letzter betritt ein Mann mit Lederjacke über vermutlich sorgsam ausgewähltem Double Denim die Bühne. Als wolle Thees Uhlmann davon ablenken gibt er Vollgas – von Beginn an. Seine Band tut es ihm gleich. Glaubwürdig ekstatisch untermalt sein Körper jedes Wort und jede Strophe. Ein wenig erinnern die Bewegungen an eine gelungene Kreuzung zwischen Joe Cocker und Henry Rollins. Faustschläge in die Luft, wie Uppercuts, die die Kraft jeder Zeile untermalt. Uhlmann lässt nichts aus, nicht einmal den Rap-Part von Casper bei „& Jay-Z singt uns ein Lied“, der an diesem Abend natürlich nicht da sein kann – fraglich, ob das nun wirklich schadet.

Die Lieder sind mehr als perfekt eingespielt, lassen keine „Naja, live sind die nie so gut“-Tiraden zu und passen in die Kulisse, wie es bisher für mich nur das Palladium in Köln geschafft hat. Vielleicht liegt es auch an der immer wieder zu betonende Leidenschaft, die die Musiker da von der Bühne schieben. Uhlmanns Jeanshemd verwandelt sich zum On-the-fly-Batikshirt der frühen Neunziger. Die Liebste und ich stehen in der Menge, genießen die letzten Zugaben und den überteuerten Jägermeister-Red Bull und merken, dass der Abend langsam dem Ende entgegen geht. Uhlmanns Jeanshemd hat schon Feierabend und nun trägt er das Merchandise-Shirt der Vorband. Ein Bühnenfauxpas, den wir ihm verzeihen – so, wie das Double Denim.

 

Warum Twitter wie Facebook und ADN dennoch doof ist

8:00 Uhr morgens. Die junge Frau postet Bilder aus ihrem aktuell liebsten Onlinespiel, verbreitet die neuesten Bilder ihres Schwarmes und nimmt an einigen Gewinnspielen teil, indem sie ihren verknüpften Kontakten eine Meldung darüber zukommen lässt. Kurze Frage: von welchem Netzwerk reden wir? Facebook? Twitter? Richtig! Wir haben keine Ahnung. In den letzten Monaten – vermutlich weit zweistellig – verwandelt sich jedes soziale Netzwerk in einen Abklatsch seines selbst. Selbstverständlich lässt sich diese These nur auf den Nachrichtenkanal anwenden, denn nur da lässt es sich vergleichen. Galt jahrelang der Tenor „Facebook ist da, wo man über die Twitterwitze von vor drei Monaten lacht“, hat sich das Gefüge scheinbar verschoben zu „Twitter, wo man sich einigen Scheiß von Facebook abgeschaut hat“.

Wir ändern unsere Profilbilder zugunsten irgendeiner Aktion – bei Facebook gegen Brustkrebs, bei Twitter um die Republica zu supporten. Wir sammeln Likes gegen Hautkrebs und Sterne für die herzzerreißendsten Einzeiler über emotionale Einsamkeit. Wir bedaumen die Änderung des Beziehungsstatus eines Freundes bei Facebook und retweeten Beziehungsstatus-Gags auf Twitter. Auf beiden Seiten muten wir Hashtags, ignorieren Einladungen zu Spielen. Wir fallen auf Privatsphäre-Einstellungs-Postings ebenso hinein, wie auf vermeintlich offizielle Accounts. Wir weigern uns Einstellungen zu akzeptieren, geringe Freundes- oder Followerzahlen zu akzeptieren, bedanken uns bei Fans und Followern, hoffen auf offizielle Reaktion eher als per E-Mail. Wir verteilen Daumen und Herzen und klammern uns an kurze Erscheinungen innerhalb des Mediums – Trends, geteilte Links und vielleicht doch nur der auf beiden Seiten veröffentlichte Beitrag eines Funblogs.

Die Filter-Bubble als Erklärung

Natürlich mag das an der oft gescholtenen und herbeizitierten Filter-Bubble liegen, ¬†aber greift das Argument in meinen Augen nicht vollständig, da es ja eher den Trend als die Urheber an sich definiert, bzw. in Augenschein nimmt. Twitter ist möchte Information, Unterhaltung, Chat und Profilierungsplattform sein – ebenso wie Facebook. (Lassen wir an dieser Stelle mal den Apekt „if you are not paying for the product you are the product“ außer Acht) Und daran ändert auch die Veränderung der Filterblase kaum etwas – ob nun mehrheitlich netzpolitische Inhalte oder doch das traurige Frühchen mit dem Schlauch im Mund geteilt wird. Schnittmengen finden sich in jedem Fall. Natürlich ist mein Standpunkt an dieser Stelle subjektiv, wie es nur gehen kann, aber dennoch denke ich, dass eine gewisse Allgemeingültigkeit zu erkennen ist.

Two’s company, three’s a crowd.

Und nun hat sich vor einiger Zeit ein dritter in das Gefüge eingefunden, der – und so haben die meisten es zunächst verstanden – das Feld der Öffentlichkeitskommunikation im Internet (welch ein Schwachsinn) noch einmal erweitern wollte. Wie gesagt: zunächst verstanden. Erst einmal schien ADN ein Versuch, Twitter zu kopieren und durch ein paar mehr Zeichen attraktiver zu machen. Hier und da ein paar zunächst unnütz wirkende Funktionen angefügt, aber im Großen und Ganzen für die meisten dennoch nur ein Abklatsch der Vogelparade. Und die meisten tönten, dass Twitter nun am Ende sei.

Ja, natürlich. Die Vorteile sind immens. Weniger Bots, mehr Zeichen, ein elitäreres Umfeld, aber dafür weniger Spaß, weniger Leute und überhaupt etwas undurchsichtiger, was denn eigentlich der 100%ige Mehrwert sein soll. Klar, der Mehrwert ist ziemlich simpel: ADN bietet eine Vielzahl von Möglichkeiten, aber die haben nichts innerhalb dieses Kontextes zu suchen, da hier nur der Kommunikationskanal für mich entscheidend ist. Und da haben sie – zumindest für mich – zur Zeit verloren. Aber so schade ist es eigentlich gar nicht …

 

Das mit der Fitness und der Wampe

Gut, dick bin ich nicht. Auch nicht füllig, mollig oder untersetzt. Aber fit? Davon kann nun wirklich nicht die Rede sein. Ernährung und Sport lassen häufig zu wünschen übrig – wenn sie überhaupt da und einen Wunsch wert sind. Zwar versuche ich seit einiger Zeit mehr auf die Ernährung zu achten und unter anderem nach dem „Slow Carb“-Prinzip zu essen, aber viel zu oft scheitert es an Disziplin. Glücklicherweise bin ich nicht dem Fastfood verfallen, koche auch sehr gerne und probiere neue (gesunde) Dinge aus. Nichtsdestotrotz wird aus dem definierten Fresstag gerne mal Fresswochenende, an dem die Bewegung oft nur aus dem Gang zum Kühlschrank und nach draußen zum Rauchen führt.

Das vor Monaten gekaufte Jawbone UP ist stetiger Begleiter am Handgelenk und erinnert mich jeden Abend daran, dass ich die angesetzten 10.000 Schritte pro Tag wieder einmal nicht erreicht habe – und das obwohl ich mittlerweile mindestens eine Haltestelle früher aussteige um den Weg zu Fuß zu meistern. Was Sport generell betrifft, so ist meine Lieblingsdisziplin das Erfinden von Ausreden – bis zu vier schaffe ich pro Tag um Sport zu entgehen. Keine Zeit, das Zwicken im Fuß und überhaupt ist es ja viel zu kalt zum Joggen und in ein Fitnessstudio will ja wirklich niemand. Außer denen, die vielleicht Sport machen wollen. Aufgefallen!

Zu meinem Geburtstag kaufte ich mir einen Smart Body Analyzer von Withings, der nun auch mein Gewicht und mein Körperfett misst und brav in mein iPhone übermittelt. Und auch da werde ich mal wieder daran erinnert, dass nicht mein Gewicht – das nun wirklich nicht! – das Problem ist, sondern viel mehr die gemütliche „Bürojob und Sitzen ist ja eh ziemlich cool“-Wampe. Ich will das ändern und loswerden, ein wenig mehr Brustmuskel und auch etwas mehr Arm wäre schön. Das werde ich schon irgendwie hinbekommen und vorsorglich habe ich die Hanteln für das Heimtraining nun von der einen in die andere, etwas näher am Schlafplatz befindlichen Schublade gelegt. Man weiß ja nie …

 

20 Fakten über mich – das Blogstöckchen

Und ich dachte das wäre eigentlich schon vorbei, aber der Michel hat mich letzte Woche auch noch mit so einem Blogstöckchen beworfen. Ich habe mich geduckt, das Wochenende abgewartet und komme nun noch schnell mit den 20 Fakten über mich – einer kleinen Erweiterung zum Geburtstagspost.

  1. Ich habe irgendwann den Bezug zu „moderner“ Musik verloren, nähere mich dem aber wieder allmählich an.
  2. Ich habe erst in der 4. Klasse mein Seepferdchen gemacht, dann aber direkt eine Woche später Bronze.
  3. Ich war mal auf Mutter-Kind-Kur.
  4. Mein Nachname ist ungarischen Ursprungs.
  5. Ich habe mal eine Kurzgeschichte zur Reichspogromnacht geschrieben und bei einem Gottestdienst vorgetragen.
  6. Ich habe mal ein kleines 2-Mann-Flugzeug steuern dürfen.
  7. Ich zupfe meine Augenbrauen.
  8. Ich hatte mal ein Ohrloch.
  9. Ich höre gerne Reinhard Mey.
  10. Mein linker kleiner Finger ist immer sehr häufig taub.
  11. Ich bin in der 10. Klasse verdammt gerne sitzen geblieben.
  12. Ich habe mal als Cocktail-Mixer gearbeitet.
  13. Ich konnte mit meinem Mofa freihändig fahren.
  14. Mein Lieblingssaurier war der Triceratops.
  15. Ich kenne noch meine ICQ-Nummer.
  16. Meine erste Domain war www.hoelm.de – irgendwie 1999.
  17. Ich besaß in meinem Leben nur 2 Fußballtrikots – Borussia Mönchengladbach und Glasgow Rangers.
  18. Ich gucke leidenschaftlich gerne „100 Jahre“.
  19. Meine Eltern haben uns damals einen Super Nintendo geschenkt. Allerdings gaben sie uns zunächst nur den Controller und erzählten uns, dass man den an den Gameboy anschließen könne – wir glaubten es.
  20. Ich hasse „Snake“.

Ich gebe dann nun mal weiter an Daniel …

 

Einsiedlerleben

Wir flüchten uns ja sehr gerne in Fantasien, von den wir wissen, dass man sie ja doch nicht erfüllt oder sogar erfüllt sehen will. Man lernt kein Instrument, weil man doch keinen findet, der einem zuhört. Man lernt keine Sprache, weil man eh nie in das Land fährt, in dem man sie benutzen könnte. Und ich fahr ja eh nie in einen einsamen Urlaub in eine alte schäbige Hütte. Aber immer wieder ertappe ich mich dabei, dem ganzen Alltag und den ganzen Gewohnheiten zumindest im Kopf den Rücken zu kehren und fischenderweise und mit schwerer Axt Holz hackend ein kurzes Einsiedlerleben zu führen. Nicht alleine natürlich – mit guten Büchern, Whisky und der Dame des Herzens. Ohne die Freunde auf Facebook, die Follower auf Twitter, die Blogs im Feedreader, den Serien auf dem TV und den Rechnungen im Briefkasten. „Mach doch“ werden Einige sagen. „Kostet doch nicht die Welt“ sagen die anderen. Doch wissen wir das genau? Vielleicht ist der Preis, den ich dafür zahlen müsste höher als gedacht. Vielleicht ist der Preis ja, später nicht mehr in der romantischen Fantasie dahin zurückkehren zu können. Bis dahin lass ich mich weiter durch Tumblr wie Cabinporn in meinem Traum bestärken und suche weiterhin die perfekte Hütte – am See, nicht im Wald, nicht zu groß, nicht zu neu, nicht zu …

 

Lego

Ich bin wieder 12! Oder 8! Egal, ich bin von mir aus auch 4! Ich bin der gottverdammte glatte 4er, den ich brauchte, um die geheime Schiebetür im Agentenversteck zu bauen – denn die Wand konnte ja nicht über die noppigen Platten rutschen. Muss man wissen! Verdammt, war ich gierig nach Lego. Nach all den Dingen, die ich bauen konnte – mehrstöckige Häuser mit Fahrstuhl (der funktionierte!), komplette Raumstationen, die vor Kontrolltafeln und „Dioden“ nur so überquollen und Fahrzeuge, Fahrzeuge, Fahrzeuge.

Hochkonzentriert, die Hörspielkassette zum zwünfzigsten Mal umgedreht und gedankenverloren auf einem Reifen kauend – oftmals dem, den ich eine Stunde in der Legokiste gesucht hatte, da der Sattelschlepper ja nicht mit weniger als 8 Achsen fahren konnte. Die Arme der Männchen immer eingerissen, dass die Hände nicht halten wollten, die kleinen Einer immer zu fest an der Bodenplatte und nie der verdammte Stein da, den man doch gerade noch gesehen hatte. Von dem Fertigkram hatte ich nie besonders viel – das Piratenschiff, das ich vergöttert habe, fällt mir da eigentlich nur ein. An was ich mich aber immer noch und immer wieder gerne erinnere, waren die Lego-Abende mit meinem Vater, an denen die Steine zunächst akribisch sortiert wurden. Nach Farbe, Größe und so weiter. Was dabei herausgekommen ist, waren mehrstöckige Häuser mit richtigem Dach (auch wenn nicht bespielbar, weil Väter nicht wissen, dass man die Rückseite offen lässt), die fast bestellwürdig waren. Ebenso wie das Saxophon in fast 70cm Höhe, das er sich hat einfallen lassen. Wie habe ich die Kinder gehasst, die große Dachböden oder große Zimmer zur Verfügung hatten und komplette Landschaften aus ihren kleinen Steinen bauen konnten. Das wollte ich auch und wenn ich ehrlich bin, dann will ich das noch immer.

Ein ziemlich guter Schritt dabei ist ja schon mal der große Schritt, den Lego gemacht hat um sich weiter zu entwickeln. Was wären wir damals froh gewesen, uns selbst in Lego nachbauen zu können! Oder mehr als das einfache Grinsegesicht zu Verfügung zu haben! Und jetzt? Jetzt setze ich meine Miniatur-Freundin und mein Miniatur-Ich an den Hamburger Hafen.

Und ich kann Filme nachbauen! Okay, okay – natürlich ist das fieser Merchandisescheiß, der oftmals überteuert daherkommt und uns das Geld aus der Tasche zieht. Aber es ist fucking Lego! Und der fucking Film der Wahl! In meinem Fall kann ich dem Star Wars Kram leider nichts abgewinnen, aber die Herr der Ringe Sachen lassen mein Herz ebenso aufgehen, wie das erste Stück der BTTF-Reihe. Verdammt, war das großartig, den von meiner Freundin geschenkten DeLorean vor dem Fernseher zusammen zu bauen. Wollte direkt wieder Hörspiele anmachen und viel zu süßen Zitronentee aus Billigpulver trinken.

Und nun der ganze Kram als Film! Die Spiele hab ich ja vernachlässigt, auch wenn ich gehört habe, dass sie verdammt gut sein sollen. Aber an dem Film komm’ ich nicht vorbei – in keinem Fall. Wenn ich den kleinen blauen Spaceman da hochfliegen sehe, so retro wie es nur geht, dann ist es nicht mehr nur Morgan Freeman und Liam Neeson, die mich als „Charaktere“ begeistern, sondern es sind die gottverdammten Erinnerungen, die hoch kommen und einfach nur einen Stein vom Herzen poltern lassen. Einen glatten Vierer natürlich. Ich denke ich muss am Wochenende noch mal in den Store und meine Hände in die Ersatzteilfächer stecken.

 

The Bird

Als (Neu-)Hamburger die Burgerbude „The Bird“ zu empfehlen ist auch nicht wirklich voller Weisheit. Ich mache es aber dennoch immer wieder gerne.

Nichtsdestotrotz ist es immer wieder schön, Freunden und Bekannten davon zu erzählen, oder sogar vor Ort zu sehen, wie ihnen das Wasser im Mund zusammenläuft. Letzten Samstag waren wir mit guten Freunden wieder einmal da, hatten glücklicherweise reserviert – was wirklich mehr als sinnvoll ist – und konnten uns in der hektischen, aber dennoch gemütlichen Atmosphäre entspannen. „The Bird“ zeichnet sich für mich vor Allem durch eine solide Auswahl von guten Burgerkombinationen aus, die mich aber dennoch immer wieder den Standard „The Birdhouse“ wählen lassen – „two patties, American cheese, bacon, fried onion, ketchup, mustard and pickles. It’s a greasy bird, but tastes like heaven“. Die €11.50 sind mehr als angemessen, denn insbesondere die hausgemachten und handgeschnittenen Pommes dazu sind mehr als herausragend.

Wie es sich gehört, kann man natürlich auch zwischen den einzelnen Garstufen des Fleisches wählen, wobei ich wie immer „medium rare“ empfehle. Bisher habe ich es noch nicht geschafft, dort auch mal ein Steak zu probieren, was vor allem an den – für mich immer noch hohen – Preisen liegt. Zwischen €7 und €8.50 pro 100 Gramm summieren sich bei großem Hunger da sehr schnell.

Wovon ich definitiv abraten kann: bestellt euch keine Napalm Wings! Bestellt! Euch! Keine! Napalm Wings! Michel und ich hatten diese grandiose Idee erst am Samstag und mussten anschließend unseren Schmerz mit Grinsen und Majonäse übertünchen. Alles in allem aber immer wieder ein Erlebnis und gern zu empfehlen. Ruhige, Kieznahe Location, nettes Personal und – was am wichtigsten ist – grandioses Fleisch.

 

Olli Schulz und der Bär Bernd

Wer Geburtstag hat, der lädt verdammt noch mal auch Leute ein! Wo kämen wir denn dahin? Olli Schulz hatte Geburtstag und hat sich vorbildlich an den Grundsatz gehalten – wobei, zahlen mussten wir dennoch. Doch lud er nicht nur uns und weitere andere Menschen zu den vier Konzerten in Berlin und Hamburg ein, sondern auch den geschätzten Kollegen Bernd Begemann. Unsere Karten für den Zusatztermin in den „Fliegenden Bauten“ gezückt. Sonntag, 20 Uhr. Tische im Halbrund, Espresso und das große Holsten auf dem Tisch. Dame trinkt Sekt und kaut Brezel – bisschen Stilbruch muss sein.

Pünktlich schlendert das Geburtstagskind auf die Bühne und kündigt das an, was die Tourettehandschrift auf der Leinwand vermuten lässt: einen Abend mit Bernd und Olli. Wie gut auf dem iPad gemaltes aussehen kann, wird heute Abend nicht gezeigt, aber die Kategorienbilder zeigen, worauf wir uns einlassen. Schulz und Begemann wechseln sich ab und spielen für uns. Und für sich. Begemann spielt sowieso für die Kapelle in seinem Kopf – die Big Band, die seinen Rausch begleitet und die er verdient. Den Publikumswunsch nach „Don”t stop believing“ von Journey gekonnt angerissen und durch „Don’t fear the reaper“ von Blue √ñyster Cult ersetzt, auf seinen Song übertragen und mit nahtlosem Übergang hinter sich gelassen – nur kurz deutlich gemacht, was für ein großes musikalisches Talent dahintersteckt. Ganz klar, wer an diesem Abend für die Kunst zuständig ist. Schulz übernimmt den informativen Part – wir erfahren, dass die Beatles eigentlich zu zehnt waren, was der eine Song im „Grünspan“ war und wie es im „Zungenkuss“ in Wandsbek zuging. Und wir lernen, wie Männerfreundschaften aussehen. Okay, der obligatorische Mix aus Kuscheln und Beleidigen ist gespielt, aber wir glauben es. An diesem Abend glauben wir einiges. Auch an die Wirksamkeit der Pillen unter unseren Stühlen, die jeder Gast bekommen hat, glauben wir, behalten sie aber doch lieber als Andenken.

Begemann greift seine Gitarre, das Hemd verschwitzt, die Haare frisch gekämmt. Er stimmt die Takte an, die mir kurz Gänsehaut bereiten – „Fernsehen mit deiner Schwester“. Das Lied, dessen Cover – im Übrigen immer noch das Beste, was „Echt“ je zu Stande gebracht haben – mich vor knapp fünfzehn Jahren überhaupt erst auf Begemann gebracht hat. Die Passage „Sie mag das Palm Beach Duo …“ wird ersetzt – wie immer, aber diesmal mit einem großartigen Monolog über „Grey”s Anatomy“ – „gut gespielt, Sir!“ Doch zurück in die Realität, zurück zu Schulz. Es wird heiß, es geht um Sex. Es geht um das Beste, was ich je auf einer Bühne mit einem Publikum sehen durfte: Begemanns und Schulz’ Darbietung der grausigsten Anmachsprüche der Menschheitsgeschichte. „Du bist verhaftet wegen sexy“. Wir sollen mitsingen – brav getrennt nach Mädchen und Jungs. Doch wir können nicht. Der Bauch krampft, die Luft fehlt und überhaupt ist der Moment zu großartig. Vielleicht auch weil er in der Erinnerung bleiben muss. So lange, bis das Lied auch einmal veröffentlicht wird. Bis dahin bleibt nur der kurze Mitschnitt des Abends.

Der Auftritt wird länger, nicht lang genug, doch nach zweieinhalb Stunden ist es vorbei. Sie haben alles gegeben, wir haben alles genommen. Auch Schulz” letztes Hemd, das er sich vom Körper riss – auf den Tischen im Publikum stehend, das Mikrofon in der Hand und schreiend, dass Jonathan Davis heiser geworden wäre. „My father fucked me in the ass“ – Schulz Handreichung an Ko–Øn, deren Platten er so ungern spielte. Damals, im „Grünspan“. Heute, in den „Fliegenden Bauten“, bleibt nur die Gute Nacht, die man sich wünscht. Einen verdammt guten Abend hatten wir ja. Danke, Bernd und Olli

Update

Mittlerweile ist der Song erschienen und ihr könnt „Verhaftet wegen sexy“ bei Amazon und iTunes herunterladen.

 

Dann sind wir wohl nun online!

Vor knapp sechs Jahren habe ich diese Domain nun gesichert. Zunächst nur für die E-Mail-Adresse, aber immer mit dem Wunsch, dort dann auch mal Content zu produzieren – nur die Frage „was“ schwebte immer so vor sich hin. Ein Portfolio brauchte ich nicht und landete später für die Seriosität eh auf einer Personalerkonformen Vorname-Nachname-Domain. Den Podcast wollte ich auch nicht darüber laufen lassen – war ja eh kompliziert genug, jemandem meine E-Mail-Adresse zu sagen. Nachdem also für alles eine Heimat gefunden wurde, blieb ja nur noch der Blog – wollte ich ja eh schon immer mal und bis auf ein paar halbherzige Versuche scheiterte es immer an Kleinigkeiten. Der Hauptgrund war Optik. Aber hatte es ja schon angekündigt – es wurde Zeit!

Gestaltungskonzept

Das wohl größte Problem für mich war der dämliche Name – 18zehn. Was soll das eigentlich? Und warum dieser alphanumerische Mix? Ziemlich einfach, eigentlich, denn der 18. Oktober ist mein Geburtsdatum und als ich die Domain damals sicherte, war eine rein numerische Lösung nicht mehr frei (möchte im Übrigen immer noch wissen, was Yahoo mit 1810.com wollte!). Ich fand, dass sich daraus nicht wirklich etwas optisch schönes machen ließ und eine reine Schriftlösung scheiterte Drölfzillionen mal. Bis jetzt! Eigentlich bin ich recht zufrieden, was die Aneinanderreihung von Buchstaben und Zahlen betrifft und denke, dass es einen passablen Umgang mit den Minuskeln darstellt. Ich wollte aber in keinem Fall, dass das „Logo“ zu dominant wird – für eine Farbe hätt’ ich mich schon drei mal nicht entscheiden können und daher nun die Lösung mit dem negativen Raum. Bäm! Stein vom Herzen.

Apropos „Bäm!“ – Ich wollte Bilder! Große Bilder!! Riesige Bilder!!! Und wie jeder vernünftige Mensch, stehe ich auf GIF-Animationen. Die guten! So fiel die Entscheidung dann nicht schwer, für jeden Artikel das passende Wackelbild zu finden – was uns wieder zum Thema Farbe führt: ich will kein festes Farbschema für die Seite. Will ich nicht, will ich nicht, will ich nicht! Also ist die Lösung simpel – es gibt keins! Jedes GIF hat eine dominante Farbe, die zur Auszeichnungsfarbe jedes Artikels wird. Das des letzten Artikels auch für die Startseite.Wo wir gerade bei der Startseite sind: großes Bild für den neuesten und kleine für die letzen neu(e)n Artikel. Vielleicht Geschmacksache und den bereits gehörten Kommentar „DaFUQ?!“ hervorrufend. Auch die Assoziation zu Tumblr, bzw. einem reinen Bilder-Tumblr ist natürlich nicht ganz abwegig. Aber mir gefällt es und ist das nicht das, was bei der Thematik am wichtigsten ist? Im Übrigen denke ich, dass die wenigsten Blogs überhaupt auf der Seite gelesen werden, sondern vielmehr im (hier ungekürzten) Feed. Und sollte ich da falsch liegen und die RSS-Debatte mal wieder ohne mich gestorben sein, dann wird das Layout hier wohl auszuhalten sein. Es ist mir in jedem Falle lieber, als ein weiterer Twentytwelve-Blog. Für mich stellt das Layout gerade eine schöne Mischung aus „Hau drauf!“ und Minimalismus dar. In Zukunft werde ich versuchen, die meisten GIF selbst zu machen, was natürlich nicht immer klappt. Aus Extern verwendete Animationen werden natürlich schön brav im unteren Teil des Posts verlinkt.

Technik – oder: wie das hier läuft …

Tjoa, das ist halt WordPress, ne? Mit zweieinhalb kleinen und üblichen Plugins – Ghost war zu Beginn noch nicht public und hätte dann auch wieder einen neuen Hoster erfordert und so weiter. Vielleicht im nächsten Leben Projekt. Ein selbstgeklöppeltes Theme war für mich Pflicht und natürlich auch mal wieder eine gute Übung. Dazu noch ein klein wenig Responsive-Zauber und eigentlich sollte es das gewesen sein. Auf dem iPhone besteht noch ein klein wenig Handlungsbedarf, aber das vernachlässige ich erst einmal. Ach ja, … IE. Hab ich mir angesehen, geschlossen und das passiert alles wenn ich mal alt bin …

Und was ist eigentlich mit Inhalt?

Ja, Inhalt ist natürlich immer eine Sache. Keine Ahnung? Alles? Nichts? Wer mich kennt, der weiß, dass er hier keine hochtrabenden Technik-News findet, keine exaltierten Filmkritiken vor der Premiere (eher 10 Jahre später) oder Investigativjournalismus. Für „Breaking News“ habe ich nun mal auch keine Zeit – die gibt es beim Blogger eures Vertrauens.Eine Sammlung von Nerdkram kann und will ich ebenso wenig liefern, wie Postings mit simplen Bildern und Musik. Das dürfen im deutschsprachigen Kleinbloggersdorf meiner Meinung nach nur Nerdcore und das Kraftfuttermischwerk. Also bleibt nur, der Dinge zu harren und auf Unterstützung zu bauen. Denn schließlich muss man ja irgendwann mal anfangen, wie der Michel schon sagte:

Also in diesem Sinne …

folgt mir auf Twitter, abonniert den Feed und seid nicht zu kritisch mit mir

 

CH3.1

Last year, on 5th of January of 2012, I reached my 30th birthday on a hot summer day in Australia. I was a feeling a bit weird and lost. So I decided to list 30 things I knew about myself so far… I been staring at that list during the whole year and realizing that most of them wouldn”t change with time…I decided to create a GIF animation to each one of them.And this was the result. If you know me, then you probably know these things already! 🙂

Anlässlich meines 31. Geburtstages kam mir (vermutlich wieder viel später als euch) dieses Video unter – 30 Dinge mit 30. Einfach mal dreißig Dinge, die einen ausmachen. Ein Fazit, das ein wenig preisgibt, aber natürlich nicht zu viel. Interessanterweise macht gerade wieder das Blogstöckchen die Runde, das darum bittet, 20 Dinge über einen selbst zu verfassen. Guter Zeitpunkt also, selbst einmal 13 Dinge nach 31 Lebensjahren aufzuschreiben.

Programmieren

Ich kann nicht programmieren. Ich kann es nicht. Ich komme mit gewissen Dingen halbwegs zurecht und kann mich durch so manches durchkämpfen, aber ich hasse es „Programmierer“ genannt zu werden oder zu hören, dass ich diese Tätigkeit ausübe – sowohl beruflich, als auch privat.

Joggen

Ich würde unheimlich gerne joggen. Ich bewundere Menschen im Freundeskreis, die bei Runtastic oder ähnlichen Portalen veröffentlichen, wie sie gerade wieder zu Fuß unterwegs sind. Und besonders das romantisch anmutende Bild aus der Lenor-Welt, wo drahtige Männer noch durch den Morgennebel laufen und auf ihren letzten Metern der schönen Bäckerin zuwinken und dem Bärenmarkebären die Milchkannen über die Straße tragen, ist für mich absolut Neid hervorrufend.

Skype

Ich hasse Skype. Ich hasse Hangouts. Ich hasse Videochats. Bis heute finde ich keinen Draht dazu, meinen Gegenüber beim Telefonieren (es heißt ja auch „fon“ieren) zu sehen. Oft hab ich behauptet, dass mein Rechner keine Kamera besitzt oder defekt ist um nicht erklären zu müssen, dass ich jetzt keine Lust habe, in die Kamera zu sehen. Vermutlich ist es auch, dass ich einfach nicht gesehen werden will.

Musik hören

Bin ja schon ein akustischer Mensch, aber vielleicht auch zu leicht abzulenken – durch Informationen, Emotionen, Protonen (macht keinen Sinn, aber ich wollte halt eine Dreieraufzählung mit gleicher Endung haben. So!). Das bedeutet, dass ich nicht in der Lage bin, einfach mal Musik zu hören – weder beim Arbeiten, gehen, stehen oder sonst in irgendeiner Situation. Viel zu häufig lenkt es mich ab, schnelle Liedwechsel verarbeiten zu müssen. Viel zu häufig bringt es mich emotional auf andere Bahnen, Lieder zu hören, die mich an etwas erinnern oder mir etwas bedeuten. Vielleicht lässt mich Musik auch viel zu häufig mit meinen Gedanken alleine und mein Gehirn ein wenig ruhen. Nicht immer ein guter Moment. Also greife ich immer wieder zu Podcasts, Hörbüchern oder auch mal zu Regensimulationen um akustische Untermalung zu erzeugen.

Englisch telefonieren

Interneschenell! So muss das! Also, über den Sinn und Zweck englischer Sprache muss ich ja nun wirklich nichts sagen – Lieblingsserien so schnell wie möglich in OV sehen, im Internet bewegen, Hipster verstehen. Englisch ist wichtig und eigentlich auch gar nicht schwer. Ich bin durchaus in der Lage, mich lange und ausschweifend zu unterhalten. Wenn ich mich darauf vorbereiten kann. Was ich wirklich unheimlich anstrengend finde, ist unerwartetes Telefonieren in englischer Sprache, wenn man unverhoffter Dinge ans Telefon geht und sich plötzlich in einer anglistischen Verhandlungspolka wiederfindet und partout nicht den Takt finden will. Aus heiterem Himmel fehlen die einfachsten Worte und ich bin gerade noch froh, meine E-Mail-Adresse buchstabieren zu können (immer wieder erleichtert, die Tücke mit e und i zu überstehen).Wäre doch sicher anders, wenn man mir vorher sagen würde, dass man gleich anriefe. Oder?

Videospiele

Alter Vater. Videospiele. Ich mag die Dinger ja, aber einen richtigen Bezug finde ich leider nie. Ungeduld, fehlende Fähigkeiten oder Desinteresse? Vielleicht ein wenig von allem. Aber so oft stehe ich vor dem Moment zugeben zu müssen, dass ich Monkey Island nie durchgespielt habe, Zelda nicht mag und die Frage, ob PES oder Fifa keinen Glaubenskrieg in mir auslösen will. Die Phase, in einem Counterstrike-Clan gewesen zu sein, hatte ich [1100101] und auch Sims waren mal auf meinem PC daheim. Aber das ständige Verlieren und die fehlende Bereitschaft, vollends in eine Spielewelt einzutauchen, macht mich einfach zu einem Nichtspieler – so leid es mir auch tut. Vielleicht kommt das auch noch, aber ich fürchte, dass der Zug abgefahren ist.

Geld zusammenhalten

Und ihr wisst ja, wie das ist, Es ist: Das Geld kommt aus der Wand, Und ist es schließlich erstmal da, Erinnert sich keiner mehr daran,Wie’s da hinkam, was geschah, Nur, dass es weg muss, das ist klar,

Ziemlich simpel eigentlich, aber auch immer wieder frustrierend, nicht in der Lage zu sein, etwas zurück zu legen – für Geschenke, für das Alter, für das Gewissen. Doch ist es zu verlockend, übriges Geld in Heitermacher zu investieren und das eigene Selbst durch Materielles zu erheitern – für Geschenke, für das Jetzt, für das Wohlgefühl.

Hamburg

Aus einer fernen Faszination wurde eine Sehnsucht und daraus eine Heimat. Zwar erst vor kurzem, aber ich denke, Hamburg als Wahlheimat auszusuchen, war eine der besten Entscheidungen meines Lebens – vermutlich die beste. Noch kenne ich nicht viel von der Stadt und nehme das reichhaltige Angebot nicht wahr, aber es fühlt sich richtig an hier zu sein – endlich mal richtig in einer Stadt zu leben.

Freude zeigen

Ich bin unheimlich schlecht darin, meiner Freude Ausdruck zu verleihen. Jedem, der neu in mein Leben tritt und eventuell mal in die Bredouille kommt, mich beschenken zu wollen, erkläre ich das. Selbst geschenkte Autos (!) haben bisher bei mir nur ein „Danke …“ hervorgelockt.

Frisur tragen

Große Veränderungen in Sachen Haarpracht (abgesehen vom relativ plötzlichen Auftauchen eines Bartes vor einem Jahr) gab im letzten Jahrzehnt eigentlich kaum. Gerade im Moment vielleicht ein wenig. Das hat vor allem den Grund, dass ich nicht sinnvoll in der Lage bin, diese Haare zu dem zu formen, was andere Menschen „Frisur“ nennen. Da kann man kaufen, basteln und versuchen was man will – nichts scheint so richtig das zu kreieren, was der Friseur sich dabei gedacht hat.

„Ja“ sagen …

Wer mir etwas anbietet, kann in der Regel davon ausgehen, dass ich ablehne – egal was es ist. Ich versuche in der Regel, so unauffällig wie möglich durch das Leben zu gehen und niemandem Mühe oder Arbeit zu machen. Dazu gehört für mich auch, Angebote ziemlich strikt abzulehnen. Sei es ein Kaffee, ein Stück Kuchen oder ein Glas Wasser – meist wird meine Antwort verneinend sein.

Tanzen

Mit Sport hab ich es ja schon das ein oder andere Mal versucht. Fußball, Kampfsport, Squash. In verschiedenen Konstellationen, Altersstufen und vor allem Motivationsgraden. Interessanterweise war der Tanzsport, mit dem ich im Sommer 2011 begann, das, was mich am ehesten motiviert hat und mit dem ich mich am schnellsten identifizieren konnte. Natürlich auf absolut unterstem Niveau was meine Leistungen angeht – konnte ich doch quasi nichts. Aber in der Formation, in der ich eine Saison tanzen durfte, habe ich mich schnell eingelebt und war um jede Verbesserung dankbar. Schade eigentlich, dass ich im Moment keine Zeit dazu finde.

Katzen

Immer wieder die Frage, ob man nun ein Katzen- oder Hundetyp ist – beides, fertig. Hatte beides, mochte beides, will beides wieder. Hat alles seine Vor- und Nachteile und da mein letzter Kater erst vor kurzem seine letzte Reise antrat, bin ich ich im Moment vermutlich nicht objektiv genug.

 

Den Himmel auf Erden

In der letzten Zeit geschieht in meinem Leben eine ganze Menge, die ich so nicht vorgesehen oder geplant hatte. Für Viele ist dies nicht immer so angenehm, oder sie können nicht nachvollziehen und verstehen, ob in diesen Veränderungen etwas innewohnt, das angenehm, schön oder einfach nur der positive Beginn von etwas Neuem ist.

Aber glaubt mir, es wird gut werden. Der Himmel auf Erden, er wird kommen. Für mich, für euch – für jeden da draußen.

Kopf hoch!

 

Musik, Persönlichkeit und Kevin Bannister

“Wenn ich eine Sorte Essen für den Rest des Lebens hätte?
Das ist einfach. PEZ. PEZ mit Kirschgeschmack.
Gar keine Frage.”

Verne Tassio – Stand by me

Einst erklärte Holgi in einer Ausgabe der WRINTheit dem feinen Herrn Semak, wie das Wort Lieblingsessen zu definieren sei. “Etwas, das du jeden Tag essen kannst, ohne dass es dir irgendwann zu viel wird” (an dieser Stelle sei darauf hingewiesen, dass dies kein Zitat ist).

Wenn es also um die Frage des Lieblingsfilms geht, dann bleibt die Beantwortung ebenfalls unter der oben genannten Prämisse – welchen Film kann ich jeden Tag sehen, ohne dass er mir aus den Augen herauskommt. Welchen Film kann ich nahezu unentwegt auf mich wirken lassen und dennoch immer wieder Neues aus seiner Story und seiner Umsetzung für mich entnehmen. Welcher Film vermag dies sowohl auf künstlerischer, als auch auf inhaltlicher Ebene?
Eine Frage, die ich für mich eindeutig beantworten kann: High Fidelity, High Fidelity, High Fidelity! Und zur Sicherheit noch einmal: HIGH FIDELITY!*

“What came first? The music or the misery?” – was war zuerst da? Das Buch oder der Film? Natürlich das Buch von Nick Hornby, das ich verschlang und das immer und immer wieder seinen Weg in meine Hände findet. Um das Trio perfekt zu machen, muss natürlich das Hörbuch erwähnt werden, das zu einem der besten in der Hörbuchwelt gehört und verschlungen werden sollte wie Omas Käsekuchen!

Doch zurück zum Film. Zum Setting. Zum Cast. John Cusack? Jack Black? Tim Robbins?
Sollte ja eigentlich genügen, aber ausführbar ist es natürlich schon noch. John Cusack, der für mich neben Edward Norton, Ralph Fiennes und – nicht lachen – Brad Pitt zu einem der charismatischsten und besten Schauspielern gehört, wurde einzig und allein für diese Rolle geboren. Für nichts anderes. Punkt. Rob Gordon wurde für Cusack geschrieben und lebt in dessen Performance. Abgedroschener könnte ein Review nicht sein, aber die schnoddrige Verletzlichkeit, die sich in selbstgefälligem Mitleid suhlt kann nur durch die Realität besser dargestellt werden – und das war jetzt kitsch as kitsch can. But true. Word! Cusack wird zu dem Mann am Ende des Tresens, dessen Geschichte zunächst interessiert, dessen Ausführungen zustimmendes Nicken hervorrufen und dem man am Ende des vierten Bieres an den Schultern schütteln und “Komm mal auf dein Leben klar!” in die unten hängenden Mundwinkel brüllen möchte.

Dass Jack Black als Barry die meiste Zeit Schläge verdient hat dürfte nicht wirklich zur Debatte stehen. So großartig verkörpert Black die Rolle des nervtötenden Möchtegerngiganten, dessen bloßer Existenz wir unwürdig sind. Gipfelnd in der Gallagheresken “Let’s get it on”-Performance von “Barry Jive and the uptown Five”.

What came first?  The music or the
misery?  People worry about kids
playing with guns and watching
violent videos, we’re scared that
some sort of culture of violence is
taking them over…

But nobody worries about kids
listening to thousands — literally
thousands — of songs about broken
hearts and rejection and pain and
misery and loss.

Did I listen to pop music because I
was miserable, or was I miserable
because I listened to pop music?

Doch, um den großen Schmalztopf der Phrasen für Filmkritiken vollends zu füllen, bleibt die Frage, wer der wahre Star des Film ist. Natürlich – und hier greift die Phrase – ist der wahre Star die Story – das bekannte Gefühl, der Kampf des Protagonisten. Der Film lässt sich immer genießen, immer verschlingen, aber nur in einer Situation für seine Zwecke nutzen: one of those what-does-it-all-mean things. (Charlie Nicholson)

Jeder kennt dieses Gefühl und sollte es kennen. Der abgrundtiefe Schmerz nachdem die neue Ex-Freundin die Wohnung verlässt, die innere Kälte, die einen  am Tag darauf umgibt. Die unbändige Freude, wenn der potenziell neue Partner nicht zu ihr ins Bett darf und nicht zuletzt die Aufarbeitung bisheriger Beziehungen und der darin gemachten Fehler. Doch viel wichtiger währt bei der Betrachtung die Erkenntnis, dass alles vorbei geht und dass das Leben Seiten aufzeigen kann, die man bisher noch nicht erlebt hat. Im negativen Sinne sowieso, doch auch im positiven, denn das ist etwas, das das Leben kann – zeigen, dass alle Kevin Bannisters und Alison Ashmores der Welt nicht ausreichen um das eigene Gemüt vollends zur Verzweiflung zu treiben. Und das überall auf der Welt eine Marie LaSalle auf uns wartet.
Und wem das jetzt noch nicht zu viel Grey’s Anatomy-Off-Speak war, um in zuckerwattigem Wohlgefühl zu schweben, der sei auf die einzig wahre Liebe in der ganzen Geschichte hingewiesen: die Musik.

Dass der Soundtrack Dinge mit sich bringt, die das vermitteln, was unser Leidgenosse seit Jahren mit sich herumträgt, ist kein Geheimnis und gründet sich auf genau das, was uns am Ende bleibt – die Liebe zu uns selbst und zu einer Sache, die unser Herz schlagen lässt. Was auch immer das bei jedem einzelnen von uns sein mag.

Dass ihr den Film sehen müsst, ist keine Frage. Ob ihr den Film sehen wollt vielleicht schon eher. Habt ihr den Film gesehen? Noch nicht? Dann lasst euch gesagt sein:

…But the word “yet…” Yeah, you
know what, I’d get the impression.
that you wanted to see it.
Otherwise you’d say you didn’t
really want to.

 


*Möchte an dieser Stelle anmerken, dass ich eine Punkband gründen werde, wir eine Platte aufnehmen auf der nur geschrien wird und wir diese “Kanal Versal” nennen werden. Justsayin’

 

Packstation (Reprise)

Der Schluckauf beim Thema Packstation ist ja jetzt nun zum Glück vorbei und ich habe meine Pakete bekommen. Dank Twitter, dank ein wenig Dreistigkeit und ein wenig Übermut in Sachen Datenschutz.

Was aber einen merkwürdigen Beigeschmack hinterlässt, darauf musste mich erst Michel hinweisen:

Mich würde aber mal gerne interessieren, wie sie das verifiziert haben, dass dein twitter-Account auch wirklich wirklich wirklich du bist.

Keine schlechte Frage, die ich einfach weiterleiten musste!

Recht schnell die Antwort:

Sehr geehrter Herr Holmok ,
vielen Dank für Ihre Tweets.
Hiermit möchten wir Ihnen mitteilen, dass wir Sie an Hand Ihres Namens und Ihrer eMail Adresse auf Ihrer HP (welche bei uns in der Datenbank hinterlegt ist) eindeutig zuordnen konnten.
Es erschien uns aus Kundensicht die schnellste und erfreulichste Lösung zu sein.
Bei weiteren Fragen freuen wir uns auf Ihre eMail.
Freundliche Grüße
Ihr Team PACKSTATION von DHL Paket

Der fade Beigeschmack bleibt. Natürlich war ich glücklich, dass es so einfach und schnell auf dem kleinen Dienstweg geht, aber hätte auch jeder andere diesen Weg gehen können. Zwar nicht mit meiner DHL-Karte, aber das ist ja noch das kleinere Problem. Ist das jetzt gut gelaufen oder nicht? Ich weiß es immer noch nicht genau …

 

Danke

Menschen und ihre Beziehungen zueinander sind eine Charakteristik, die durch so viele Worte umschrieben aber nie erklärt werden kann. Seine Familie kann man sich nicht aussuchen, so sagt man. Und so manches Mal möchte man es dennoch oder gerade nicht.

Doch auch seinen Freunden verlangt man zu vielen Zeitpunkten in seinem Leben Dinge ab, die sie womöglich oftmals vor die Erkenntnis stellt, dass man dies bei seinen Freunden durchaus kann – aber dennoch nicht in Anspruch nimmt.

Für mich war die Definition und die Verwendung des Wortes »Freund« schon immer ein Eisen, das ich nicht anfassen wollte. Zu fließend die Grenzen und zu abgenutzt die Plattitüden anderer.

Bekannter, Kumpel, Kollege, Freund, bester Freund, BFF, HDGDL, WTF!?

Eine Kategorisierung von Gefühlen, Vertrauen, Anvertrauen und Verbindung scheitert für mich bereits in der eigenen Wahrnehmung. Darüber hinaus die Frage, ob diese Kategorisierung auf Gegenseitigkeit beruhen muss. Wie viel möchte ich nehmen, wie viel möchte der andere geben?

»Liebe ist nicht das, was du fühlst. Liebe ist das was du tust« sang einst eine sehr kluge Band. »Freunde sind nicht die, die du so nennst. Freunde sind die, die du spürst« möchte ich ergänzen.

Gerade daher verschwimmen die Grenzen in den letzten Wochen für mich in einem Maße, das sich mehr als gut anfühlt. In den letzten Wochen habe ich von vielen Menschen Zuneigung, Verständnis, Hilfe und Zuspruch erfahren – bei jedem, der mir eines dieser Dinge geben wollte auf seine ganz eigene Weise. Die Umarmung des Einen, die wertvolle Zeit des Anderen. Die kleine Geste, die große Einladung – aber immer mit einem wichtigen Resultat für mich: dem Wissen, gut aufgehoben zu sein.

Ich schreibe dies auf dem Weg nach Hamburg, der Stadt, die seit Jahren Heimat meiner Sehnsucht ist und die in meinen Tagträumen immer mehr zu einer Heimat für den Rest meines Ichs wird. Wenn ich Freunden von meinen Wünschen, Hoffnungen und Träumen von dieser Stadt und insbesondere dieser Reise erzähle, kommt immer die gleiche Frage. Und von mir die gleiche Antwort.

»Hier gibt es nichts was mich hält«

Doch ist das wirklich so? Ja. Ich habe in meinem Leben einen Kreis von Menschen kennengelernt, denen ich bedingungslos vertraue, bei denen ich mich fallen lassen kann und auf die ich in jedem Moment meines Lebens bauen kann. Und dies hat jeder auf seine Weise schon mehrfach bewiesen.

In jedem Moment – warum nicht auch an jedem Ort? Sehe ich doch meine Freunde jetzt schon kaum. Wir telefonieren, skypen, twittern, schreiben. Und dennoch ist das Gefühl da, mich immer auf sie verlassen zu können.

Ich weiß nicht, wer sich durch diesen Text angesprochen fühlen wird, aber ich denke, dass jeder diesen Worten das entnehmen kann, was er für sich beanspruchen kann.

Ohne euch, wäre ich nicht der, der ich bin. Und das Gefühl euch Vertrauen zu können, macht mich gerade sehr glücklich. Ebenso wie mich das Wissen, wie jeder von euch damit umgeht, sehr breit Grinsen lässt.

Ich danke euch. Für alles. Für immer.

 

Packstation, Fuckstation

Ich bin gerade so begeistert von diesem Internet, dieser Zeit und diesem Moment, dass ich das hier einfach loswerden muss. Ein Paradebeispiel für alles, was ich am Internet liebe.

In meiner Packstation schlummern zwei Pakete, die ich zu gerne abholen möchte. Aber leider kennt DHL meine Mobilnummer nicht – mein Fehler, klar. Die Umstellung auf das mTAN-Verfahren benötigt diese aber, so dass ich leider keinen Code auf mein iPhone sondern stattdessen E-Mails mit der Bitte, mich bei der Hotline zu melden bekomme. Ein Unterfangen, das sich einfacher anhört als es ist. Insgesamt zwei Stunden war ich gestern und heute in der (nehmt es mir nicht übel) grausamsten Warteschleifenhorrorhotline gefangen, die man sich überhaupt vorstellen kann. An dieser Stelle vielleicht ein Verbesserungsvorschlag:

Dass ich am ersten Tag auf eine kostenpflichtige Nummer verwiesen wurde ist dabei ja fast noch sekundär. Doch während ich gerade wieder darauf hingewiesen wurde, dass der nächste Mitarbeiter mit absoluter Sicherheit mir – und nur mir – zugewiesen werden würde, hatte ich die Nase voll und verfasste folgenden Tweet:

Datenschutz ist mir an dieser Stelle ja relativ egal, denn dieses Impressum zwingt mich ja eh zur Veröffentlichung solcher Daten und wer meint mich anrufen zu müssen, der kann das gerne tun.

Aber kommen wir zu dem, was mich gerade einfach nur begeistert und dieses gottverdammte Internet so hochleben lässt. Zwei Minuten später bekomme ich eine SMS mit den mTAN und die E-Mail, dass meine Daten wie gewünscht aktualisiert wurden. Fick dich, Brieftaube! Fick dich, Hotline! Fick dich, Schaltermitarbeiter! Die Tatsache, dass ein simpler Tweet von (noch nicht einmal) 140 Zeichen reicht um meine Kundendaten zu aktualisieren und mich an das Ziel zu bringen, das eine Hotline nicht mal auf der Karte hatte, lässt mich diese neumodische Zeit gerade sehr hochleben. Warum nicht häufiger so einfach?

Danke an dieser Stelle für dieses persönliche Tageshighlight! Ich geh jetzt zur Packstation und freu mich wie ein kleines Kind …

P.S.:

 

Ein letztes Mal Winken und ich bin raus (… meine Perle)

Ein Profil in einer Singlebörse zu erstellen ist nicht wirklich eine große Kunst. Ein attraktives (wenn überhaupt reales) Foto, ein paar ansprechende Eigenschaften, Interessen und zum Schluss noch etwas tief schürfendes, das den Leser glauben lässt, dass der Verfasser ein großes Potenzial hinter seiner Fassade beheimatet.

Nicht selten bewirkt so ein Profil bei Menschen auf der Suche nach dem Glück ein Interesse, das sich so schnell nicht stillen lässt. Gerne möchte man mehr von diesem Menschen wissen, erfahren und ihn real kennenlernen. Ihm in die Augen sehen um zu wissen, ob das Grundgerüst, das man sich in seinem Kopf zusammengesponnen hat, auch tatsächlich stimmt, vielleicht sogar verbessert wird.

Mitunter wünscht man sich mehr, wünscht sich hinter die Augen des anderen blicken zu können und zu erfahren, ob der Platz in seinem Herzen frei und bequem ist, um dem eigenen Gemüt, den eigenen Sorgen und der eigenen Liebe eine Heimat zu bieten.

Doch nicht immer wird diese Beziehung real. Man verliebt sich. Verliebt sich in etwas, das man nur zu kennen glaubt. Eine unerfüllte Liebe zu etwas, das nur ein Gedanke, ein Moment oder eine Hoffnung ist.

Doch gerade wenn die Umstände des eigenen Lebens alles andere als gut sind, die Traurigkeit überwiegt und die Perspektive fehlt, dann gibt es Momente, die einen hoffen lassen und eine Scheinwelt errichten, die sich gut anfühlt. In der man leben möchte, obwohl man es nicht tut. Ein Schlaraffenland, in dem das Leben einfach scheint. Zumindest schöner, einfacher, spannender.

Diese Liebe habe ich gefunden – unerwidert, selbstverständlich. Es ist eine Liebe, die auf ein paar minimale Erfahrungen basiert. Eine Liebe, die nur auf Gedanken, Informationen und Hoffnung basiert.

Gesehen habe ich meine Liebe noch nie – wir führen eine Fernbeziehung. Die Frage, ob ich sie irgendwann einmal sehen möchte, kann und will ich nicht beantworten. Die Angst enttäuscht zu werden ist zu groß. Vielleicht ist sie zu hässlich und zu laut, riecht oder stößt mich weg, wenn wir uns sehen.

Bis dahin bleibt meine Faszination, meine Liebe und mein Herzblut weiter so lodernd, wie sie es seit Jahren ist. Vielleicht sehen wir uns irgendwann, meine Schöne. Und dann wird es für immer sein.

Bis bald Hamburg.

 

Wahrnehmung

Wir haben Zeit. Wir nehmen uns Zeit. Wir nehmen uns Stunden, Minuten, Momente, Augenblicke.

Wir bereuen Zeiten, sehnen uns zurück, trauern hinterher, verteufeln. Doch diese Zeiten gehören zu uns.
Diese Zeiten prägen uns.

Zeit ist einteilbar, definierbar. Stunden haben 60 Minuten, Minuten haben 60 Sekunden. Momente hingegen sind nicht einteilbar. Einen Moment kann man nicht messen. Ein Moment variiert von Standpunkt zu Standpunkt, von Abstand zu Abstand, von Gefühl zu Gefühl.

Wir nehmen Momente als etwas wahr, dass für den Augenblick gilt – für den Augenblick die größte Bedeutung besitzt. Erinnern wir uns an diesen Moment zurück, dann gilt seine Wirkung erneut nur in diesem konkreten Augenblick. So meinen wir.

Genieße den Augenblick, denn der Augenblick ist dein Leben.

Jeder Augenblick beeinflusst uns, in jede Richtung. Jeder Moment hinterlässt Spuren und brennt sich in die Seelen und Herzen der Menschen. Doch lässt sich ein Moment verzerren? Ist der Moment an sich nicht stark genug seine Bedeutung zu behalten?
Besteht der Moment nicht jede Zeit?

Erst die fortwährende Vertiefung der Bedeutung des Momentes verschärft ihn – macht ihn unsterblich.

Das Spielzeugauto des Kindes, das 40 Jahre später im Keller wiedergefunden wird. Die Bank des jungen Paares, auf der man einst in die Sterne gesehen hat und die nach unzähligen Wintern immer noch an der gleichen Stelle steht. Der Kuss am Morgen, der einen in den Tag führt. Momente und Bedeutungen, die das Leben prägen. Mehr als man meint – mehr als einem bewusst wird.

Doch wird der Moment vernachlässigt, nicht weiter vertieft, so wird er zum Schmerz, sobald er entdeckt und als zu lange fern geblieben erkannt wird.

Wir haben Zeit. Zeit all diese Momente zu sammeln, zu bewahren und mit all unserer Kraft daran zu arbeiten, dass diese Momente nie ihre Bedeutung verlieren.

 

Zu einfach …


Ich verzichte an dieser Stelle auf das Zitat von Antoine de Saint-Exupéry. Weil es zu einfach wäre. Viel zu einfach. Einfach ist gut, sagt man. Einfach ist leicht. Einfach ist der naheliegendste Wunsch.

Genau so leicht wie die Moral des Videos, dem Inhalt, den jeder für sich entnehmen sollte: Man sollte das Beste aus jeder Situation machen. Es gibt immer einen Weg – immer eine Lösung.

Immer einen Grund, das Leben aufrecht zu erhalten und in die Zukunft zu hören. Zu lauschen, wie es weiter geht und sich auf die schönen Dinge zu besinnen.

“You can’t always get what you want” – aber man muss das genießen, was man bekommt.

Bitte jetzt keine Zitronen! Das wäre zu einfach.

 

Helden – Listen tonight

“Du willst mir 100 Euro geben, damit ich den Song spiele? Sehe ich so aus, als bräuchte ich 100 Euro? Ich geb’ dir 1000 damit du die Klappe hälst!”

Noel Gallagher – 03. Oktober 2012, Düsseldorf

Es gibt Musik und es gibt die große Liebe. Es gibt Lieder und es gibt Gefühle. Es gibt Musiker und es gibt Helden. “Please don’t put your life in a hand of a Rock’n’Roll Band” – zu spät. Mein Herz habe ich vor 15 Jahren an Oasis verloren. Oder gewonnen. Mal so, mal so.

In dem Moment wo Noel heute Abend die Bühne betrat, war für mich alles in Ordnung. Alles im Einklang. Alles so, wie ich es immer haben wollte. Die Augen schließen und die schmerzliche Kraft inhalieren, die sich nicht durch die Boxen übertragen lässt. Lederjacken-Scheißegalhaltung und “Aber-wenn-du-mich-richtig-nimmst-bin-ich-alles-für-dich”-Attitüde spürst du nicht über Saiten, Kabel und Technik – sie sind einfach da.

Rechts und links liegen Mädchen in den Armen ihrer Freunde. Bei mir nicht. Das ist mir egal.
“Zu Oasis kann man nicht tanzen, zu Oasis kann man nur trinken.” Oasis ist für Jungs, die Gefühle, die sie in mir auslösen für die Mädchen. Spätestens in dem Moment, wo Noel seine Gitarre nimmt und “Talk Tonight” anstimmt. Seit einem Jahrzehnt begleitet mich dieses Lied. Trägt mich. Lässt mich Menschen so nehmen, wie ich es tue. Heute höre ich zu. Genieße jeden Ton, jeden Takt und alles, an was es mich erinnert.

“I’ll Never Say That I Won’t Ever Make You Cry”

Das habt ihr nie. Nur dabei begleitet. Und das werdet ihr weiterhin. Immer.

Ach ja! Fuck you, Blur!

 

Was bedeutet Halbtagsnerd?

Elektrischer Reporter – Nerds: Weltretter mit Hornbrillen?

Nerd [nɜːd] (engl. für Langweiler, Sonderling, Streber, Außenseiter, Fachidiot) ist ein gesellschaftliches Stereotyp, das besonders für in Computer oder andere Bereiche aus Wissenschaft und Technik vertiefte Menschen steht.”

Die Wikipedia beschreibt einen Nerd als einen Sonderling, Mario Sixtus’ Darstellung eines Nerds oder Geeks im Elektrischen Reporter zeigt ebenfalls die sozialen Besonderheiten dieses Menschenschlages auf.

Für mich ist der Begriff Nerd in den letzten Jahren immer mehr zu einer Plakette geworden, die vielmehr als Accessoire dient. Wer sich Nerd nennt, behauptet damit, eine Materie sehr tief und genau beleuchten zu können, maßt sich selbst oftmals einen hohen Intelligenzquotienten an und versucht sich durch besonders hohe Kompetenz in mindestens einem Fachgebiet herauszustellen.

Oder aber: wer Nerd genannt wird, der erfährt den faden Beigeschmack eines Kompliments, das oftmals keines sein soll. Der Nerd ist der neue Freak, dessen Fähigkeiten mit einer minimal bewundernden, gelegentlich neidbehafteten Distanz betrachtet und beurteilt werden.

Nicht selten erhält man den Titel Nerd mit einem Unterbau aus Beleidigung und Urteil, schämt sich dafür, der zu sein, der doch “was mit Computern macht” oder sich einfach nur “damit auskennt”.

Zu schmerzhaft ist dann gelegentlich die Reduzierung auf das Nerdsein. Man möchte nicht darauf hingewiesen werden, dass die eigene Kompetenz und die Simplizität des eigenen Gemüts so leicht zusammenfassbar ist. Oder doch? Genießt man es vielleicht doch, einen Titel zu bekommen? “Der Mann für’s Grobe”, “Der Experte”, “Für diesen Job gibt es nur einen!” sind Bezeichnungen, derer man doch manchmal gern habhaft werden möchte.

“… Wenn du uns suchst, wir stecken immer tief in der Materie
Wir lieben unseren Job nicht, wir sind besessen davon …”

Besessenheit als Indikator für Nerdism? Galt nicht eigentlich auch die Kompetenz oder eben gerade diese als Beleg für einen richtigen Nerd? Oder kommt das eine zwangsläufig nicht ohne das andere aus? Fragen, die man sich vielleicht gar nicht stellen sollte, denn – platitüdenhaft formuliert – als Nerd wird man geboren und nicht als solcher sozialisiert.

Somit ist Besessenheit, insbesondere qua undefinierter Ausprägung und Erfolgsaussicht eben solcher, nicht als Faktor für Nerdism anzusehen.

Die Kinder-Flickr und Photoshopparty-Community DeviantArt gibt seinen Nutzern bei der Kategorisierung des eigenen Spezialgebietes die Möglichkeit der Bezeichnung “Deviant of many Talents”. Hierbei liegt die Betonung für mich weniger auf dem Begriff der Devianz, als auf die Vielfalt der Talente.

Für mich zeigt genau dies den Weg für meine Definition von Halbtagsnerd: die unbändige Leidenschaft für eine Vielzahl von Gebieten. Aber warum halbtags? Manch einer mag es gefährliches Halbwissen nennen oder die fehlende Kraft diagnostizieren, ein Thema bis ins Ultimo zu bearbeiten. Doch ob dies wirklich als negativer Aspekt zu betrachten ist, bleibt für mich fraglich.

Das Bedürfnis nach genauerer Auseinandersetzung mit Webtechnologien schließt die Begeisterung für das Verfassen von Gedichten ebenso wenig aus, wie meine Begeisterung für den Tanzsport das Interesse an Fußball torpediert.

“Nerds wie wir sind treu und glauben an wahre Liebe
Aber sind schon längst vergeben an ihre Spezialgebiete”

Für den Halbtagsnerd ist die Liebe zu Spezialgebieten die Polygamie des Interessierten. Es interessieren mich zu viele Dinge, als dass ich mich für eines oder einige wenige entscheiden möchte. Ich möchte alles! Ich möchte alles und ich möchte es jetzt! Ohne mich festlegen zu müssen.

Eine Feststellung, die in vielen Punkten für problematische Situationen sorgt. Zu wechselhaft die Interessen, zu sprunghaft das Gemüt – wohl ein Faktor, mit dem man als Halbtagsnerd leben muss.

 

Eine kurze Geschichte der Zeit(fresser)

“Hey, Peter, jemand ruft um Hilfe.” “Ich hab’s gehört. (zögert) War das nun ein Mann oder eine Frau?” “Hm, vielleicht keins von beiden.” “Keins von beiden? Wie meinst du das Just? Vielleicht ein Kind. Oder ob es Mr. Malcolm Fentriss war? Dann wäre es doch ein Mann gewesen!”

Lange ist dieser Dialog her. Lange und doch immer noch in meinem Bewusstsein verwurzelt. Meine erste richtig bewusste Begegnung mit dem gesprochenen Wort. Natürlich kam Benjamin Blümchen zuvor auch in den Kassettenrekorder, aber ??? und der Superpapagei löste in meinem Kopf einen Prozess aus, der auch heute noch, fast 25 Jahre später, andauert und hoffentlich nie enden wird.

Ab dem Moment war mein auditives Bewusstsein geschärft, verknüpfte sich mit den Bildern in meinem Kopf und war in der Lage, diese stets und ständig abzurufen, nach Belieben zu erweitern und mit Leben zu füllen,

Meine Videokassetten mit Abenteuerzeichentrickfilmen wie “Die Schatzinsel” wollte ich nicht mehr sehen – eine selbstangefertigte Aufnahme mit meinem Kassettenrekorder vorm laufenden Fernseher genügte mir um das Abenteuer immer wieder mitzuerleben.

Doch ich wollte noch mehr. Meine damalige Liebe zum Wrestlingsport musste auch vertont werden. Also hörte ich Abends im Bett die Geräusche des Ringbodens und die enthusiastischen Beschreibungen der Kommentatoren.

Doch sollte diese Faszination allmählich abebben. So lange bis Hörbücher immer aktueller und populärer wurden.

Harry Potter und der Stein des Anstoßes

Als ich das erste Mal Harry Potter hörte war ich wieder gefangen. Die Story war mir bis dahin vollkommen unbekannt und interessierte mich zunächst gar nicht. Aber die Stimme von Rufus Beck und die Stimmung, die mir in diesen vielen Stunden näher gebracht wurde, war umwerfend und ich war umgehend gefangen.

Seitdem gehören Hörbücher zu meinem Alltag. Egal ob nur einmal gehört, mehrfach genossen oder gar in regelmäßigen Abständen gestartet.
Egal ob mit Rufus Beck, Dirk Bach oder Christoph Maria Herbst.

Und auch mein Audiospurfaible ist wieder da. Fernsehserien wie King of Queens, Scrubs und sogar LOST werden mittlerweile nur noch gehört. Bei der Arbeit am Rechner, auf dem iPod beim Hausputz. Einfach immer dann, wenn Musik mich gerade nervt oder ich keine (interessante) Folge meiner anderen Leidenschaft mehr in Petto habe: Podcasts.