OK Go WTF?!?

OK Go – sie haben es schon wieder getan! Eigentlich ist die Band aus den USA ja schon ein relativ alter Hut und so ziemlich jeder sollte schon mal ein Musikvideo gesehen und „Ach du heilige Scheiße“ gedacht haben. Bei OK Go weiß man nämlich nicht, ob sie Videos drehen um ihre Musik zu promoten oder die Songs üble Notwendigkeit sind, um mal wieder aus der Trickkiste filmischer, physikalischer oder einfach organisatorischer Kunst zu greifen.

Auch dieses Mal wird es wieder bunt, laut und explosionsreich – und alles auf den Punkt gebracht. Und wieder sitze ich davor und überlege, was ich da gerade ansehe und wie das funktionieren kann.

Denn wenn man ein Video der Band zum ersten Mal sieht, fragt man sich noch, wie viel Fake da drin stecken mag, doch spätestens beim zweiten Making Of erahnt man, dass da einfach Profis am Werk und im Boot sind, die ihr Handwerk verstehen und solche grandiosen Dinge zaubern.

Ich habe mal eine kleine Auswahl zusammengestellt, aber eigentlich solltet ihr den kompletten YouTube-Kanal durchsehen.

Nichtsdestotrotz bleibt die Auto-Nummer mein absoluter Favorit:

 

Ding.Ding.Tock – da will man einfach nur mit After Effects spielen

Eigentlich wollte ich nur ein wenig mit After Effects spielen und sich ein wenig fortbilden und plötzlich wird ein Projekt daraus. Aus unserer Kickerleidenschaft heraus bat ich meinen Bruder einfach, ein wenig die Kamera auf unser Spiel zu halten, damit ich den ein oder anderen Effekt testen konnte um mich etwas mit After Effects auseinanderzusetzen. Irgendwie wurde daraus ein Selbstläufer und ich verbrachte doch die ein oder andere Stunde, um aus diesem Wust an Filmmaterial ohne Konzept und Storyboard etwas halbwegs ansehnliches zu basteln.

 

Vier Wochen und einige Frustration wegen falscher Handhabung, zu wenig RAM und Erfahrung später konnte ich dann endlich YouTube und Vimeo mit dem fertigen Stück füttern.

Teilen und Kommentare hinterlassen ist sehr erwünscht … nur nicht unbedingt über unsere spielerischen Fähigkeiten

 

Fürs Herz und den Bestatter

Okay, jetzt legt die Werbung aber richtig los und verliert immer mehr Tabus. Der emotional-suizidale EDEKA-Opa dürfte mittlerweile mehr Klicks als Anrufe seiner Kinder und Enkel haben und lädt sogar zur Parodie ein. Das Thema Tod ist nun also in der Werbung richtig angekommen … nicht als schockierendes Element, so wie es früher der Fall war, sondern als herzergreifendes Moment mit einem Augenzwinkern. Da passt auch der Jack Daniel’s Spot rein, den @Agent_Dexter bei Twitter postete.

 

#heimkommen

So schön der EDEKA-Spot auch war, diese Parodie von drei schlechten Schauspielern, einem guten Sänger, einem Friseur und Olli Schulz bringt die Kontroverse noch mal auf den Punkt und ist wirklich einen Klick wert. Ich mag die Leute von Circus Ramba Zamba, oder wie das heißt, wirklich nicht, aber manchmal hauen sie dann doch etwas raus, das mich zum Schmunzeln bringt. Und irgendwie sieht Udo Waltz ja aus, wie der Parade-Opa für das Heimkommen an Weihnachten. Auf jeden Fall gelungener, als die peinliche Variante der Deutschen Bahn.

 

Wo zur Hölle is Mattes??

Ja, sicher – wer mal im Internet unterwegs war, für den ist „Where the hell is Matt?“ ein alter Hut. Eigentlich eher ein Evergreen, wenn es so was im Internet überhaupt gibt. Aber hey, er ist immerhin auf youshouldhaveseenthis.com, hat ‘nen Wikipedia-Eintrag und sicher vierunddrölfzig Views bei YouTube – was auch immer das heißen mag. Ich liebe dieses Video und werde einfach nicht müde, es immer und immer wieder Menschen zu zeigen, die dem Netz nicht so verfallen sind wie unsereins. Daher hier noch mal die Variante von 2008 (die Stelle bei 2:37 😍)

Nun wird es eine Neuauflage geben – mit Sicherheit. Per Crowdfunding finanziert und indirekt mit Voting, wo der gute Mattes denn nun diesmal tanzen soll. Hätte man jetzt Geld … Schön zusammengefasst wird das Ganze noch mal hier beim großartigen Oatmeal: http://theoatmeal.com/blog/where_matt

 

Zurück in die Zukunft im UCI

Nächstes Jahr ist es dann nun so weit – wir bekommen Hoverboards, fliegende Autos und pixelige 3D-Haie, die uns von Kinovordächern zu fressen versuchen. Nächstes Jahr ist 2015, der Schauplatz von „Zurück in die Zukunft II“ Immer häufiger kommt in den letzten Jahren der Ruf hoch, die Zukunft und den Film wahr werden zu lassen – etwas übertrieben natürlich. Aber die Begeisterung für den Film ist ungebrochen. Nicht zuletzt bewiesen durch den Erfolg des Hill Valley Projects auf Twitter und der Kooperation mit Lego, von der ich auch profitieren konnte.

Immer wieder kommen Gerüchte auf, dass der Cast sich wieder zusammenschließen würde. Wofür genau, ist nie bekannt. Aber allein die Bilder von Michael J. Fox neben Christopher Lloyd entlocken so manchem ein „Hach“. Das letzte kurze Aufleben eines Revivals war der „Johnny be good“-Auftritt von Fox gemeinsam mit Chris Martin im November 2013 anlässlich einer Benefizveranstaltung von Fox” Parkinson Organisation.

Überraschenderweise kam letzte Woche dann auch noch die Meldung, dass die UCI Kinowelt am 20. Januar 2014 den ersten Teil deutschlandweit in einer Vorstellung zeigen werde. „Zurück in die Zukunft“! Im Kino!! In groß!!! Kann man sich doch nicht wirklich entgehen lassen.

Warum UCI den Film in Zusammenarbeit mit TNT nun noch einmal bringt, 29 Jahre nach dem Erscheinen, ist nicht wirklich schlüssig, lässt sich aber durch den oben genannten Hype erklären – gerade ein Jahr vor dem Jahr des sagenumwobenen Nike-Schuhs. Abzusehen also, dass wir 2015 Teil 2 und 2016 Teil 3 auf großer Leinwand sehen werden. Denn wenn der gestrige Abend eins bewiesen hat, dann ist es die Zeitlosigkeit des Films.

Zugegebenermaßen nicht im größten Saal sammelten sich einige Fans um, nicht zuletzt verwundert über fehlende Werbung und Trailer und den damit verbundenen pünktlichen Beginn, sich zunächst einmal dem merkwürdigen Gefühl ausgesetzt zu sehen, einen wirklich alten Film in Stereo über die Leinwand flimmern zu sehen, der scheinbar nicht mal die grundlegendste digitale Nachbearbeitung erfahren hatte. Doch so schleppend der Beginn zunächst auch war, so zündeten die gewohnten Pointen und Situationen wie gewohnt und zum Ende hin wurden Textpassagen am Fließband zitiert. Spoiler waren ja ausgeschlossen. Ein rundum gelungener Abend, eine tolle Idee und eine gute Vorschau auf das Jahr 2015.

 

Lego

Ich bin wieder 12! Oder 8! Egal, ich bin von mir aus auch 4! Ich bin der gottverdammte glatte 4er, den ich brauchte, um die geheime Schiebetür im Agentenversteck zu bauen – denn die Wand konnte ja nicht über die noppigen Platten rutschen. Muss man wissen! Verdammt, war ich gierig nach Lego. Nach all den Dingen, die ich bauen konnte – mehrstöckige Häuser mit Fahrstuhl (der funktionierte!), komplette Raumstationen, die vor Kontrolltafeln und „Dioden“ nur so überquollen und Fahrzeuge, Fahrzeuge, Fahrzeuge.

Hochkonzentriert, die Hörspielkassette zum zwünfzigsten Mal umgedreht und gedankenverloren auf einem Reifen kauend – oftmals dem, den ich eine Stunde in der Legokiste gesucht hatte, da der Sattelschlepper ja nicht mit weniger als 8 Achsen fahren konnte. Die Arme der Männchen immer eingerissen, dass die Hände nicht halten wollten, die kleinen Einer immer zu fest an der Bodenplatte und nie der verdammte Stein da, den man doch gerade noch gesehen hatte. Von dem Fertigkram hatte ich nie besonders viel – das Piratenschiff, das ich vergöttert habe, fällt mir da eigentlich nur ein. An was ich mich aber immer noch und immer wieder gerne erinnere, waren die Lego-Abende mit meinem Vater, an denen die Steine zunächst akribisch sortiert wurden. Nach Farbe, Größe und so weiter. Was dabei herausgekommen ist, waren mehrstöckige Häuser mit richtigem Dach (auch wenn nicht bespielbar, weil Väter nicht wissen, dass man die Rückseite offen lässt), die fast bestellwürdig waren. Ebenso wie das Saxophon in fast 70cm Höhe, das er sich hat einfallen lassen. Wie habe ich die Kinder gehasst, die große Dachböden oder große Zimmer zur Verfügung hatten und komplette Landschaften aus ihren kleinen Steinen bauen konnten. Das wollte ich auch und wenn ich ehrlich bin, dann will ich das noch immer.

Ein ziemlich guter Schritt dabei ist ja schon mal der große Schritt, den Lego gemacht hat um sich weiter zu entwickeln. Was wären wir damals froh gewesen, uns selbst in Lego nachbauen zu können! Oder mehr als das einfache Grinsegesicht zu Verfügung zu haben! Und jetzt? Jetzt setze ich meine Miniatur-Freundin und mein Miniatur-Ich an den Hamburger Hafen.

Und ich kann Filme nachbauen! Okay, okay – natürlich ist das fieser Merchandisescheiß, der oftmals überteuert daherkommt und uns das Geld aus der Tasche zieht. Aber es ist fucking Lego! Und der fucking Film der Wahl! In meinem Fall kann ich dem Star Wars Kram leider nichts abgewinnen, aber die Herr der Ringe Sachen lassen mein Herz ebenso aufgehen, wie das erste Stück der BTTF-Reihe. Verdammt, war das großartig, den von meiner Freundin geschenkten DeLorean vor dem Fernseher zusammen zu bauen. Wollte direkt wieder Hörspiele anmachen und viel zu süßen Zitronentee aus Billigpulver trinken.

Und nun der ganze Kram als Film! Die Spiele hab ich ja vernachlässigt, auch wenn ich gehört habe, dass sie verdammt gut sein sollen. Aber an dem Film komm’ ich nicht vorbei – in keinem Fall. Wenn ich den kleinen blauen Spaceman da hochfliegen sehe, so retro wie es nur geht, dann ist es nicht mehr nur Morgan Freeman und Liam Neeson, die mich als „Charaktere“ begeistern, sondern es sind die gottverdammten Erinnerungen, die hoch kommen und einfach nur einen Stein vom Herzen poltern lassen. Einen glatten Vierer natürlich. Ich denke ich muss am Wochenende noch mal in den Store und meine Hände in die Ersatzteilfächer stecken.

 

Musik, Persönlichkeit und Kevin Bannister

“Wenn ich eine Sorte Essen für den Rest des Lebens hätte?
Das ist einfach. PEZ. PEZ mit Kirschgeschmack.
Gar keine Frage.”

Verne Tassio – Stand by me

Einst erklärte Holgi in einer Ausgabe der WRINTheit dem feinen Herrn Semak, wie das Wort Lieblingsessen zu definieren sei. “Etwas, das du jeden Tag essen kannst, ohne dass es dir irgendwann zu viel wird” (an dieser Stelle sei darauf hingewiesen, dass dies kein Zitat ist).

Wenn es also um die Frage des Lieblingsfilms geht, dann bleibt die Beantwortung ebenfalls unter der oben genannten Prämisse – welchen Film kann ich jeden Tag sehen, ohne dass er mir aus den Augen herauskommt. Welchen Film kann ich nahezu unentwegt auf mich wirken lassen und dennoch immer wieder Neues aus seiner Story und seiner Umsetzung für mich entnehmen. Welcher Film vermag dies sowohl auf künstlerischer, als auch auf inhaltlicher Ebene?
Eine Frage, die ich für mich eindeutig beantworten kann: High Fidelity, High Fidelity, High Fidelity! Und zur Sicherheit noch einmal: HIGH FIDELITY!*

“What came first? The music or the misery?” – was war zuerst da? Das Buch oder der Film? Natürlich das Buch von Nick Hornby, das ich verschlang und das immer und immer wieder seinen Weg in meine Hände findet. Um das Trio perfekt zu machen, muss natürlich das Hörbuch erwähnt werden, das zu einem der besten in der Hörbuchwelt gehört und verschlungen werden sollte wie Omas Käsekuchen!

Doch zurück zum Film. Zum Setting. Zum Cast. John Cusack? Jack Black? Tim Robbins?
Sollte ja eigentlich genügen, aber ausführbar ist es natürlich schon noch. John Cusack, der für mich neben Edward Norton, Ralph Fiennes und – nicht lachen – Brad Pitt zu einem der charismatischsten und besten Schauspielern gehört, wurde einzig und allein für diese Rolle geboren. Für nichts anderes. Punkt. Rob Gordon wurde für Cusack geschrieben und lebt in dessen Performance. Abgedroschener könnte ein Review nicht sein, aber die schnoddrige Verletzlichkeit, die sich in selbstgefälligem Mitleid suhlt kann nur durch die Realität besser dargestellt werden – und das war jetzt kitsch as kitsch can. But true. Word! Cusack wird zu dem Mann am Ende des Tresens, dessen Geschichte zunächst interessiert, dessen Ausführungen zustimmendes Nicken hervorrufen und dem man am Ende des vierten Bieres an den Schultern schütteln und “Komm mal auf dein Leben klar!” in die unten hängenden Mundwinkel brüllen möchte.

Dass Jack Black als Barry die meiste Zeit Schläge verdient hat dürfte nicht wirklich zur Debatte stehen. So großartig verkörpert Black die Rolle des nervtötenden Möchtegerngiganten, dessen bloßer Existenz wir unwürdig sind. Gipfelnd in der Gallagheresken “Let’s get it on”-Performance von “Barry Jive and the uptown Five”.

What came first?  The music or the
misery?  People worry about kids
playing with guns and watching
violent videos, we’re scared that
some sort of culture of violence is
taking them over…

But nobody worries about kids
listening to thousands — literally
thousands — of songs about broken
hearts and rejection and pain and
misery and loss.

Did I listen to pop music because I
was miserable, or was I miserable
because I listened to pop music?

Doch, um den großen Schmalztopf der Phrasen für Filmkritiken vollends zu füllen, bleibt die Frage, wer der wahre Star des Film ist. Natürlich – und hier greift die Phrase – ist der wahre Star die Story – das bekannte Gefühl, der Kampf des Protagonisten. Der Film lässt sich immer genießen, immer verschlingen, aber nur in einer Situation für seine Zwecke nutzen: one of those what-does-it-all-mean things. (Charlie Nicholson)

Jeder kennt dieses Gefühl und sollte es kennen. Der abgrundtiefe Schmerz nachdem die neue Ex-Freundin die Wohnung verlässt, die innere Kälte, die einen  am Tag darauf umgibt. Die unbändige Freude, wenn der potenziell neue Partner nicht zu ihr ins Bett darf und nicht zuletzt die Aufarbeitung bisheriger Beziehungen und der darin gemachten Fehler. Doch viel wichtiger währt bei der Betrachtung die Erkenntnis, dass alles vorbei geht und dass das Leben Seiten aufzeigen kann, die man bisher noch nicht erlebt hat. Im negativen Sinne sowieso, doch auch im positiven, denn das ist etwas, das das Leben kann – zeigen, dass alle Kevin Bannisters und Alison Ashmores der Welt nicht ausreichen um das eigene Gemüt vollends zur Verzweiflung zu treiben. Und das überall auf der Welt eine Marie LaSalle auf uns wartet.
Und wem das jetzt noch nicht zu viel Grey’s Anatomy-Off-Speak war, um in zuckerwattigem Wohlgefühl zu schweben, der sei auf die einzig wahre Liebe in der ganzen Geschichte hingewiesen: die Musik.

Dass der Soundtrack Dinge mit sich bringt, die das vermitteln, was unser Leidgenosse seit Jahren mit sich herumträgt, ist kein Geheimnis und gründet sich auf genau das, was uns am Ende bleibt – die Liebe zu uns selbst und zu einer Sache, die unser Herz schlagen lässt. Was auch immer das bei jedem einzelnen von uns sein mag.

Dass ihr den Film sehen müsst, ist keine Frage. Ob ihr den Film sehen wollt vielleicht schon eher. Habt ihr den Film gesehen? Noch nicht? Dann lasst euch gesagt sein:

…But the word “yet…” Yeah, you
know what, I’d get the impression.
that you wanted to see it.
Otherwise you’d say you didn’t
really want to.

 


*Möchte an dieser Stelle anmerken, dass ich eine Punkband gründen werde, wir eine Platte aufnehmen auf der nur geschrien wird und wir diese “Kanal Versal” nennen werden. Justsayin’