Wo zur Hölle is Mattes??

Ja, sicher – wer mal im Internet unterwegs war, für den ist „Where the hell is Matt?“ ein alter Hut. Eigentlich eher ein Evergreen, wenn es so was im Internet überhaupt gibt. Aber hey, er ist immerhin auf youshouldhaveseenthis.com, hat ‘nen Wikipedia-Eintrag und sicher vierunddrölfzig Views bei YouTube – was auch immer das heißen mag. Ich liebe dieses Video und werde einfach nicht müde, es immer und immer wieder Menschen zu zeigen, die dem Netz nicht so verfallen sind wie unsereins. Daher hier noch mal die Variante von 2008 (die Stelle bei 2:37 😍)

Nun wird es eine Neuauflage geben – mit Sicherheit. Per Crowdfunding finanziert und indirekt mit Voting, wo der gute Mattes denn nun diesmal tanzen soll. Hätte man jetzt Geld … Schön zusammengefasst wird das Ganze noch mal hier beim großartigen Oatmeal: http://theoatmeal.com/blog/where_matt

 

Warum Twitter wie Facebook und ADN dennoch doof ist

8:00 Uhr morgens. Die junge Frau postet Bilder aus ihrem aktuell liebsten Onlinespiel, verbreitet die neuesten Bilder ihres Schwarmes und nimmt an einigen Gewinnspielen teil, indem sie ihren verknüpften Kontakten eine Meldung darüber zukommen lässt. Kurze Frage: von welchem Netzwerk reden wir? Facebook? Twitter? Richtig! Wir haben keine Ahnung. In den letzten Monaten – vermutlich weit zweistellig – verwandelt sich jedes soziale Netzwerk in einen Abklatsch seines selbst. Selbstverständlich lässt sich diese These nur auf den Nachrichtenkanal anwenden, denn nur da lässt es sich vergleichen. Galt jahrelang der Tenor „Facebook ist da, wo man über die Twitterwitze von vor drei Monaten lacht“, hat sich das Gefüge scheinbar verschoben zu „Twitter, wo man sich einigen Scheiß von Facebook abgeschaut hat“.

Wir ändern unsere Profilbilder zugunsten irgendeiner Aktion – bei Facebook gegen Brustkrebs, bei Twitter um die Republica zu supporten. Wir sammeln Likes gegen Hautkrebs und Sterne für die herzzerreißendsten Einzeiler über emotionale Einsamkeit. Wir bedaumen die Änderung des Beziehungsstatus eines Freundes bei Facebook und retweeten Beziehungsstatus-Gags auf Twitter. Auf beiden Seiten muten wir Hashtags, ignorieren Einladungen zu Spielen. Wir fallen auf Privatsphäre-Einstellungs-Postings ebenso hinein, wie auf vermeintlich offizielle Accounts. Wir weigern uns Einstellungen zu akzeptieren, geringe Freundes- oder Followerzahlen zu akzeptieren, bedanken uns bei Fans und Followern, hoffen auf offizielle Reaktion eher als per E-Mail. Wir verteilen Daumen und Herzen und klammern uns an kurze Erscheinungen innerhalb des Mediums – Trends, geteilte Links und vielleicht doch nur der auf beiden Seiten veröffentlichte Beitrag eines Funblogs.

Die Filter-Bubble als Erklärung

Natürlich mag das an der oft gescholtenen und herbeizitierten Filter-Bubble liegen, ¬†aber greift das Argument in meinen Augen nicht vollständig, da es ja eher den Trend als die Urheber an sich definiert, bzw. in Augenschein nimmt. Twitter ist möchte Information, Unterhaltung, Chat und Profilierungsplattform sein – ebenso wie Facebook. (Lassen wir an dieser Stelle mal den Apekt „if you are not paying for the product you are the product“ außer Acht) Und daran ändert auch die Veränderung der Filterblase kaum etwas – ob nun mehrheitlich netzpolitische Inhalte oder doch das traurige Frühchen mit dem Schlauch im Mund geteilt wird. Schnittmengen finden sich in jedem Fall. Natürlich ist mein Standpunkt an dieser Stelle subjektiv, wie es nur gehen kann, aber dennoch denke ich, dass eine gewisse Allgemeingültigkeit zu erkennen ist.

Two’s company, three’s a crowd.

Und nun hat sich vor einiger Zeit ein dritter in das Gefüge eingefunden, der – und so haben die meisten es zunächst verstanden – das Feld der Öffentlichkeitskommunikation im Internet (welch ein Schwachsinn) noch einmal erweitern wollte. Wie gesagt: zunächst verstanden. Erst einmal schien ADN ein Versuch, Twitter zu kopieren und durch ein paar mehr Zeichen attraktiver zu machen. Hier und da ein paar zunächst unnütz wirkende Funktionen angefügt, aber im Großen und Ganzen für die meisten dennoch nur ein Abklatsch der Vogelparade. Und die meisten tönten, dass Twitter nun am Ende sei.

Ja, natürlich. Die Vorteile sind immens. Weniger Bots, mehr Zeichen, ein elitäreres Umfeld, aber dafür weniger Spaß, weniger Leute und überhaupt etwas undurchsichtiger, was denn eigentlich der 100%ige Mehrwert sein soll. Klar, der Mehrwert ist ziemlich simpel: ADN bietet eine Vielzahl von Möglichkeiten, aber die haben nichts innerhalb dieses Kontextes zu suchen, da hier nur der Kommunikationskanal für mich entscheidend ist. Und da haben sie – zumindest für mich – zur Zeit verloren. Aber so schade ist es eigentlich gar nicht …

 

Packstation (Reprise)

Der Schluckauf beim Thema Packstation ist ja jetzt nun zum Glück vorbei und ich habe meine Pakete bekommen. Dank Twitter, dank ein wenig Dreistigkeit und ein wenig Übermut in Sachen Datenschutz.

Was aber einen merkwürdigen Beigeschmack hinterlässt, darauf musste mich erst Michel hinweisen:

Mich würde aber mal gerne interessieren, wie sie das verifiziert haben, dass dein twitter-Account auch wirklich wirklich wirklich du bist.

Keine schlechte Frage, die ich einfach weiterleiten musste!

Recht schnell die Antwort:

Sehr geehrter Herr Holmok ,
vielen Dank für Ihre Tweets.
Hiermit möchten wir Ihnen mitteilen, dass wir Sie an Hand Ihres Namens und Ihrer eMail Adresse auf Ihrer HP (welche bei uns in der Datenbank hinterlegt ist) eindeutig zuordnen konnten.
Es erschien uns aus Kundensicht die schnellste und erfreulichste Lösung zu sein.
Bei weiteren Fragen freuen wir uns auf Ihre eMail.
Freundliche Grüße
Ihr Team PACKSTATION von DHL Paket

Der fade Beigeschmack bleibt. Natürlich war ich glücklich, dass es so einfach und schnell auf dem kleinen Dienstweg geht, aber hätte auch jeder andere diesen Weg gehen können. Zwar nicht mit meiner DHL-Karte, aber das ist ja noch das kleinere Problem. Ist das jetzt gut gelaufen oder nicht? Ich weiß es immer noch nicht genau …

 

Packstation, Fuckstation

Ich bin gerade so begeistert von diesem Internet, dieser Zeit und diesem Moment, dass ich das hier einfach loswerden muss. Ein Paradebeispiel für alles, was ich am Internet liebe.

In meiner Packstation schlummern zwei Pakete, die ich zu gerne abholen möchte. Aber leider kennt DHL meine Mobilnummer nicht – mein Fehler, klar. Die Umstellung auf das mTAN-Verfahren benötigt diese aber, so dass ich leider keinen Code auf mein iPhone sondern stattdessen E-Mails mit der Bitte, mich bei der Hotline zu melden bekomme. Ein Unterfangen, das sich einfacher anhört als es ist. Insgesamt zwei Stunden war ich gestern und heute in der (nehmt es mir nicht übel) grausamsten Warteschleifenhorrorhotline gefangen, die man sich überhaupt vorstellen kann. An dieser Stelle vielleicht ein Verbesserungsvorschlag:

Dass ich am ersten Tag auf eine kostenpflichtige Nummer verwiesen wurde ist dabei ja fast noch sekundär. Doch während ich gerade wieder darauf hingewiesen wurde, dass der nächste Mitarbeiter mit absoluter Sicherheit mir – und nur mir – zugewiesen werden würde, hatte ich die Nase voll und verfasste folgenden Tweet:

Datenschutz ist mir an dieser Stelle ja relativ egal, denn dieses Impressum zwingt mich ja eh zur Veröffentlichung solcher Daten und wer meint mich anrufen zu müssen, der kann das gerne tun.

Aber kommen wir zu dem, was mich gerade einfach nur begeistert und dieses gottverdammte Internet so hochleben lässt. Zwei Minuten später bekomme ich eine SMS mit den mTAN und die E-Mail, dass meine Daten wie gewünscht aktualisiert wurden. Fick dich, Brieftaube! Fick dich, Hotline! Fick dich, Schaltermitarbeiter! Die Tatsache, dass ein simpler Tweet von (noch nicht einmal) 140 Zeichen reicht um meine Kundendaten zu aktualisieren und mich an das Ziel zu bringen, das eine Hotline nicht mal auf der Karte hatte, lässt mich diese neumodische Zeit gerade sehr hochleben. Warum nicht häufiger so einfach?

Danke an dieser Stelle für dieses persönliche Tageshighlight! Ich geh jetzt zur Packstation und freu mich wie ein kleines Kind …

P.S.: