Lego

Ich bin wieder 12! Oder 8! Egal, ich bin von mir aus auch 4! Ich bin der gottverdammte glatte 4er, den ich brauchte, um die geheime Schiebetür im Agentenversteck zu bauen – denn die Wand konnte ja nicht über die noppigen Platten rutschen. Muss man wissen! Verdammt, war ich gierig nach Lego. Nach all den Dingen, die ich bauen konnte – mehrstöckige Häuser mit Fahrstuhl (der funktionierte!), komplette Raumstationen, die vor Kontrolltafeln und „Dioden“ nur so überquollen und Fahrzeuge, Fahrzeuge, Fahrzeuge.

Hochkonzentriert, die Hörspielkassette zum zwünfzigsten Mal umgedreht und gedankenverloren auf einem Reifen kauend – oftmals dem, den ich eine Stunde in der Legokiste gesucht hatte, da der Sattelschlepper ja nicht mit weniger als 8 Achsen fahren konnte. Die Arme der Männchen immer eingerissen, dass die Hände nicht halten wollten, die kleinen Einer immer zu fest an der Bodenplatte und nie der verdammte Stein da, den man doch gerade noch gesehen hatte. Von dem Fertigkram hatte ich nie besonders viel – das Piratenschiff, das ich vergöttert habe, fällt mir da eigentlich nur ein. An was ich mich aber immer noch und immer wieder gerne erinnere, waren die Lego-Abende mit meinem Vater, an denen die Steine zunächst akribisch sortiert wurden. Nach Farbe, Größe und so weiter. Was dabei herausgekommen ist, waren mehrstöckige Häuser mit richtigem Dach (auch wenn nicht bespielbar, weil Väter nicht wissen, dass man die Rückseite offen lässt), die fast bestellwürdig waren. Ebenso wie das Saxophon in fast 70cm Höhe, das er sich hat einfallen lassen. Wie habe ich die Kinder gehasst, die große Dachböden oder große Zimmer zur Verfügung hatten und komplette Landschaften aus ihren kleinen Steinen bauen konnten. Das wollte ich auch und wenn ich ehrlich bin, dann will ich das noch immer.

Ein ziemlich guter Schritt dabei ist ja schon mal der große Schritt, den Lego gemacht hat um sich weiter zu entwickeln. Was wären wir damals froh gewesen, uns selbst in Lego nachbauen zu können! Oder mehr als das einfache Grinsegesicht zu Verfügung zu haben! Und jetzt? Jetzt setze ich meine Miniatur-Freundin und mein Miniatur-Ich an den Hamburger Hafen.

Und ich kann Filme nachbauen! Okay, okay – natürlich ist das fieser Merchandisescheiß, der oftmals überteuert daherkommt und uns das Geld aus der Tasche zieht. Aber es ist fucking Lego! Und der fucking Film der Wahl! In meinem Fall kann ich dem Star Wars Kram leider nichts abgewinnen, aber die Herr der Ringe Sachen lassen mein Herz ebenso aufgehen, wie das erste Stück der BTTF-Reihe. Verdammt, war das großartig, den von meiner Freundin geschenkten DeLorean vor dem Fernseher zusammen zu bauen. Wollte direkt wieder Hörspiele anmachen und viel zu süßen Zitronentee aus Billigpulver trinken.

Und nun der ganze Kram als Film! Die Spiele hab ich ja vernachlässigt, auch wenn ich gehört habe, dass sie verdammt gut sein sollen. Aber an dem Film komm’ ich nicht vorbei – in keinem Fall. Wenn ich den kleinen blauen Spaceman da hochfliegen sehe, so retro wie es nur geht, dann ist es nicht mehr nur Morgan Freeman und Liam Neeson, die mich als „Charaktere“ begeistern, sondern es sind die gottverdammten Erinnerungen, die hoch kommen und einfach nur einen Stein vom Herzen poltern lassen. Einen glatten Vierer natürlich. Ich denke ich muss am Wochenende noch mal in den Store und meine Hände in die Ersatzteilfächer stecken.