Just another pic on the wall

Das ist es nun also, mein kleines, aber feines Büro, in dem ich tagtäglich diese Dinge im Internet mache. Es ist gemütlich, keine Frage, aber wer sich das Bild ansieht, der merkt recht schnell, dass etwas fehlt – Farbe! Daher hatte ich bereits vor einiger Zeit um eure Unterstützung gebeten, auf dass Ihr mir Bilder zuschickt, damit sie recht schnell voll und bunt wird.

Doch scheinbar, will das Ganze nicht so recht klappen, zumindest ist bisher nur ein einziges Bild vom lieben Gilly hier eingetrudelt. Nachahmer sind natürlich gerne gesehen und ich würde mich freuen, wenn Ihr euch etwas Schönes ausdenkt, das eurer Meinung nach hier an die Wand gehört. Optimalerweise natürlich gerahmt (was für ein Rahmen das auch immer sein mag, ist euch komplett selbst überlassen!), aber auch eine Postkarte oder ein Poster wird selbstverständlich aufgehängt!

Na okay, wer nun glaubt, dass ich mir seine altes Himmler-Bild oder die Körperöffnungen seiner Oma an die Wand hängen möchte, der muss damit leben, dass ich ihn natürlich erwähne. Wer mir also helfen möchte dabei, das ein oder andere Bild an die leere Wand zu bringen, der ist herzlich eingeladen. Die Adresse findet sich im Impressum. Vielen Dank schon mal im Voraus!

 

Schüss ⚓️❤️👋🏻👊🏻

Seit drei Jahren bin ich nun hier … da, wo die wilden Kerle wohnen, unten am Hafen und welche Klischees an dieser Stelle noch angebracht sind. Vor ziemlich genau drei Jahren zog ich nach Hamburg um hier mein Glück zu finden. Dem geneigten Begleiter meines Lebens ist es nicht unbekannt, dass ich es nicht gefunden habe. Dass ich vermutlich nicht gescheitert bin, aber die Reißleine ziehen muss („… und jetzt geht der Fallschirm auf“).

Das Heimweh wuchs mit der Distanz zur Region hier oben. Wohnen in Hamburg und Schleswig-Holstein, arbeiten in Niedersachsen und leben in der eigenen Fragestellung, ob das alles so richtig ist. Heute ist nun dann der Tag, wo es zurückgeht und ich ein letztes Mal meine Koffer in Richtung NRW ziehe … nur diesmal ohne Rückreise am Sonntag. Vermutlich Zeit, Abschied zu nehmen … und zu danken. Danke für drei Jahre, in denen ich viel gelernt habe … wer Freund und wer Vertrauter ist.

Danke für Menschen, die mich nicht haben untergehen lassen und nie aufgegeben haben, mich zu unterstützen und aus jeder noch so ausweglosen Situation zu retten. Danke für das Verständnis dafür, dass man manchmal nicht mehr anders kann als aus der dünnen Haut zu fahren und Dinge tut, die das Prädikat „Fragwürdig“ schon mehr als beanspruchen. Danke für die schönen Zeiten hier, die Möglichkeiten, die ich nie genutzt habe und die Art zu Leben, die ich doch gar nicht so haben will, wie ich das schon mal dachte.

Und nicht zuletzt Danke für die Zukunft, die sich vor Allem aus der Vorfreude, dem Vertrauen und der Perspektive bildet, dass alles besser, anders, solider und stärker wird, als jemals zuvor. Das war bestimmt nicht der letzte Besuch am Hafen, aber im Moment bin ich froh, dass der Abschied am Bahnhof heute morgen nicht viel Zeit für Emotionen ließ.

Zum Abschied noch ein obligatorisches Kettcar-Zitat, das gerade gut genug dafür ist, den schmalen Grat zwischen Ehrlichkeit und Kitsch komplett ad absurdum zu führen. „… jetzt geht der Fallschirm auf, na dann herzlich willkommen Zuhaus. Und ein letztes mal winken und ich bin raus.“ In diesem Sinne: Schüss Hamburg … hau rein, Digger ⚓️❤️👋🏻👊🏻

 

Rauchen

Ein leidenschaftlicher Raucher, der immer von der Gefahr des Rauchens für die Gesundheit liest, hört in den meisten Fällen auf – zu lesen. Winston Churchill

Unheimlich clever, sein Versagen oder seinen fehlenden Antrieb mit einem vielsagenden Zitat einer berühmten Persönlichkeit zu untermauern. Vielleicht ist das der Versuch, dem Laster, das ich noch habe, einen gewissen Mantel der Mystifizierung über zu werfen. Damit die Dummheit und das Suchtverhalten, dem ich mehrmals täglich nachgeben muss, mit einem Witz zu versehen. „Aufhören ist einfach. Ich hab es schon so oft gemacht “… – das Interessante dabei sind die Beweggründe. Schwangerschaft, Finanzen (wobei dies in den seltensten Fällen wirklich ein Grund sein wird, wenn wir den Bildern im Fernsehen Glauben schenken), Gesundheit.

Gründe, mit dem Rauchen aufzuhören habe ich viele. Die Kondition scheint noch in Ordnung zu sein, wird sie ja auch nicht wirklich geprüft, doch Husten und immer wieder ein verschleimter Hals sollten doch langsam mal reichen. Und auch die Frage, was man mit all dem Geld anstellen könne, ist ein interessanter Faktor zur Motivation. Doch das, was mich fast am meisten motiviert, ist Ekel. In den letzten Monaten merke ich immer wieder die negativen Aspekte des Lasters. Es nervt mich nicht wirklich, bei jedem Wetter nach draußen gehen zu müssen, um eine Zigarette zu rauchen, doch immer mehr fällt mir auf, wie ich entweder selbst versuche, Menschen danach nicht zu nahe zu kommen, um sie nicht mit meinem Geruch zu belästigen, oder mich sogar Kommentaren ausgesetzt zu sehen. Recht haben sie natürlich, erinnere ich mich doch nur zu gut an die Zeit, wo ich selbst nicht geraucht habe und angewidert war vom Geruch eines Rauchers kurz nach seiner Zigarette. Somit habe ich also vollstes Verständnis für die Reaktion meiner Liebsten, selbst einige Zeit nach einer Zigarette, keinen Kuss oder meine Hand nicht in der Nähe ihres Gesichts haben zu wollen. Haben wir doch selbst eigene Definition von ekligen Dingen, die wir möglichst nicht riechen, sehen oder fühlen wollen. Die Vorteile zu rauchen oder sogar in einer Gruppe von Menschen alleiniger Raucher zu sein, halten sich extrem in Grenzen. Geselligkeit kann auch ohne überteuerten Tabakkonsum erreicht werden. Und wenn wir ehrlich sind, haben die Zeiten, an denen Rauchen eine Form von Sexappeal á la Jean-Paul Belmondo oder James Dean darstellt, längst den Filter erreicht und gehören ausgedrückt.

Doch wie stelle ich es sinnvoll an? Einfach nicht mehr in die Schachtel greifen – klar! Doch sind die Versuchungen, eine Routine, die man meist allein und ohne Kontrolle aufrecht erhält, lebendig zu halten, sehr groß und erfordern Motivationen, die wir in der Regel nicht bekommen. Und aus dem Alter, wo wir eine Tafel Schokolade bekamen, wenn wir beim Arzt mutig waren, sind wir lange raus. Ich habe mir zur logischen, da finanziellen, Motivation Apps auf mein iPhone installiert, die mir sagen, welchen tollen Gegenstand ich jetzt erreicht hätte, hätte ich an Tag X aufgehört. Doch auch das hat noch nicht die wirkliche Wirkung erzielt. Ich sage mir halt dennoch stets den dummen Satz, den jeder Raucher immer wieder sagt: „Ich rauche gern!“

Stimmt auch ein wenig. Aber mittlerweile würde ich gerne lieber sagen: „Ich bin froh, nicht mehr zu rauchen.“ Ich werde nun mal wieder aufgeben, meine Jacke anziehen, meine Schuhe überstreifen, Schlüssel, Telefon, Feuerzeug und Zigaretten in die Taschen stecken und nach draußen gehen. Ich werde eine Zigarette rauchen und mir Gedanken machen, wie ich es anstelle. Vielleicht hilft mir ja das 3-Stunden-Gespräch von Holgi und Thilo Baum im Bluemoon. Wer weiß das schon“

 

10 für 18

Wenn der Marc fragt, dann antwortet man gefälligst auch – diesmal auf ein kleines Blogstöckchen. Davon kann man halten, was man will, aber immerhin habe ich damit mal wieder einen Post mehr und zumindest für diese Woche meine Pflichten bei den Ironbloggern erfüllt.

  1. Was genau willst Du in den nächsten 10 Jahren erreicht haben?

    Meine Wünsche und Ziele haben sich in den letzten Jahren extrem verändert und von dem klassischen „Haus, Auto, Boot“ bin ich mittlerweile weit entfernt. Ich wünsche mir Zufriedenheit mit meinem Tun, eine schöne Wohnung und geheiratet zu haben. Ach ja. Mein langgeplanter Roman sollte dann auch mal fertig sein.

  2. Was machst Du am liebsten mit Deiner freien Zeit?

    Mich darüber freuen, sie zu haben. Ich sammle gerne Erfahrungen, dies aber auf unterschiedlichste Arten und Weisen. Erlebnisse können da genau so mitspielen, wie ein Serien-Marathon.

  3. Was liebst Du an Deiner Heimatstadt?

    Dazu müsste ich klären, was meine Heimatstadt ist. Meine Heimat dürfte wohl Mönchengladbach sein, die Stadt aus der ich vor 9 Monaten wegzog. Was ich also an ihr mag? Dass ich sie kenne. Und dass ich Menschen dort kenne. Mehr Gründe kann es ja nicht geben.

  4. Wohin würde es Dich treiben, wenn Du wegziehen müsstest?

    Würde ich noch einmal komplett umziehen, wäre Deutschland vermutlich kein Ziel mehr. Skandinavien wäre schön. Oder das ewig erträumte, landschaftlich herbeigesehnte Australien oder Neuseeland.

  5. Hast Du ein Lieblingsrestaurant? Wenn ja, welches?

    Eigentlich nicht, aber ich mag es, zu The Bird in Hamburg zu gehen. In klassischen Restaurants fühle ich mich meist eher unwohl.

  6. Welche Technik-Gadgets trägst Du ständig mit Dir rum oder nutzt Du häufig und gern?

    Mein iPhone.

  7. Wie und wo hast Du mit diesem ominösen Internet angefangen?

    Internetseiten habe ich 1997 zum ersten mal gemacht, damals sogar mit eigener Domain, aber ohne Internetanschluss. Den bekam ich erst 2004 und seitdem nutz ich es intensiv.

  8. Schlägt Dein Herz für Sport? Wenn ja, für welche Art?

    Ich bin so ein Teilzeitfußballfreund. Die Zeiten, in denen ich mir Spielernamen groß gemerkt habe und wusste, was so läuft, sind lange vorbei und seither genieße ich hin und wieder Fußballübertragungen und verfolge meinen Heimatverein Borussia Mönchengladbach.

  9. Was muss man sich, Deiner Meinung nach, unbedingt für Filme anschauen?

    Zurück in die Zukunft, Herr der Ringe und gute Stephen King Verfilmungen. Ich kürze das jetzt hier mal ab, denn das führt viel zu weit.

  10. Du findest 10 Mio. Euro. Was machst Du damit?

    Große Wohnung mit Dachterrasse kaufen, viel kram für mich und sie kaufen. Spenden, meinen Eltern eine Menge zurückgeben. Und eine Agentur gründen.

Und nun warte ich auf die Antworten von Carolin und Matthias.

 

Entspannung

‘Ich bin müde. Geschafft von der Arbeit, geschafft vom Pendeln zwischen Arbeitsplatz und Heimathafen. Sehe die Außenwelt fast nur noch im Dunkeln – na gut, so wird es in der momentanen Jahreszeit wohl jedem gehen, der nicht in irgendeinem Schichtsystem arbeitet. Ich komme nach Hause und möchte mir nur noch etwas Zeit für mich gönnen. Ich lasse mir ein Bad ein und beschließe, meine Gedanken bei einem Glas Whiskey schweifen zu lassen. So ganz zunächst nicht, denn Mad Men ist zu spannend, so dass ich mir zunächst eine Folge davon ansehe, während ich an meinem Glas nippe.

Die Luftfeuchtigkeit steigt und nach der Folge rinnt das Kondenswasser von der Scheibe des Badezimmerfensters. Das Glas ist schon zur Hälfte leer, doch meine Entspannung noch nicht vollständig erreicht. Ich beschließe – nicht zuletzt angeregt durch die sechziger Jahre in der Serie – Jazz zu hören und finde eine wundervolle Spotify-Playlist. Ich schließe meine Augen und genieße den Moment, genieße den Schluck aus dem Glas. Es brennt ein wenig auf der Zunge. Ob das der scharfe Alkohol oder doch nur der Alltag ist, den ich wegspüle, weiß ich nicht. Ich stelle mir vor, ich sei da, sei dort, wo meine Augen noch vor wenigen Minuten waren. Schalte kurz hinüber in die Zeit, die mir die Serie darbietet. Ich bin Don Draper, zumindest die nasse Badewannenversion davon.

Ich trinke Whiskey, zugegebenermaßen Jim Beam Honey, aber das ist in diesem Moment genau das richtige. Das Saxophon tut so, als wäre ich in einem Nachtclub und untermale den Sieg eines Etaterhalts, den ich gerade mitverursacht habe. Es riecht nach Badezusatz, doch in meiner Nase ist es für einen Moment eine Mischung unterschiedlicher Parfums der Menschen, die mit in diesem Club sitzen. Ich nippe noch ein wenig und stelle mir die Frage, wo eigentlich mein Cadillac steht, oder mein Plymouth, mit dem ich gleich nach Hause fahren müsste. Doch den gibt es nicht, eigentlich gibt es gerade nur mich, lauwarmes Wasser, werbefinanzierten günstigen Whiskey und gekaufte Flatrate-Musik aus einem Smartphone. Aber das ist nicht wichtig. Schließlich erfüllt es seinen Zweck – Entspannung an einem langen Tag und die Ausflucht aus der Realität. Für dieses Mal und vielleicht auch beim nächsten mal, wenn die Reise fünfzig Jahre zurück den Alltag für einen Moment vergessen macht.

 

20 Fakten über mich – das Blogstöckchen

Und ich dachte das wäre eigentlich schon vorbei, aber der Michel hat mich letzte Woche auch noch mit so einem Blogstöckchen beworfen. Ich habe mich geduckt, das Wochenende abgewartet und komme nun noch schnell mit den 20 Fakten über mich – einer kleinen Erweiterung zum Geburtstagspost.

  1. Ich habe irgendwann den Bezug zu „moderner“ Musik verloren, nähere mich dem aber wieder allmählich an.
  2. Ich habe erst in der 4. Klasse mein Seepferdchen gemacht, dann aber direkt eine Woche später Bronze.
  3. Ich war mal auf Mutter-Kind-Kur.
  4. Mein Nachname ist ungarischen Ursprungs.
  5. Ich habe mal eine Kurzgeschichte zur Reichspogromnacht geschrieben und bei einem Gottestdienst vorgetragen.
  6. Ich habe mal ein kleines 2-Mann-Flugzeug steuern dürfen.
  7. Ich zupfe meine Augenbrauen.
  8. Ich hatte mal ein Ohrloch.
  9. Ich höre gerne Reinhard Mey.
  10. Mein linker kleiner Finger ist immer sehr häufig taub.
  11. Ich bin in der 10. Klasse verdammt gerne sitzen geblieben.
  12. Ich habe mal als Cocktail-Mixer gearbeitet.
  13. Ich konnte mit meinem Mofa freihändig fahren.
  14. Mein Lieblingssaurier war der Triceratops.
  15. Ich kenne noch meine ICQ-Nummer.
  16. Meine erste Domain war www.hoelm.de – irgendwie 1999.
  17. Ich besaß in meinem Leben nur 2 Fußballtrikots – Borussia Mönchengladbach und Glasgow Rangers.
  18. Ich gucke leidenschaftlich gerne „100 Jahre“.
  19. Meine Eltern haben uns damals einen Super Nintendo geschenkt. Allerdings gaben sie uns zunächst nur den Controller und erzählten uns, dass man den an den Gameboy anschließen könne – wir glaubten es.
  20. Ich hasse „Snake“.

Ich gebe dann nun mal weiter an Daniel …

 

Einsiedlerleben

Wir flüchten uns ja sehr gerne in Fantasien, von den wir wissen, dass man sie ja doch nicht erfüllt oder sogar erfüllt sehen will. Man lernt kein Instrument, weil man doch keinen findet, der einem zuhört. Man lernt keine Sprache, weil man eh nie in das Land fährt, in dem man sie benutzen könnte. Und ich fahr ja eh nie in einen einsamen Urlaub in eine alte schäbige Hütte. Aber immer wieder ertappe ich mich dabei, dem ganzen Alltag und den ganzen Gewohnheiten zumindest im Kopf den Rücken zu kehren und fischenderweise und mit schwerer Axt Holz hackend ein kurzes Einsiedlerleben zu führen. Nicht alleine natürlich – mit guten Büchern, Whisky und der Dame des Herzens. Ohne die Freunde auf Facebook, die Follower auf Twitter, die Blogs im Feedreader, den Serien auf dem TV und den Rechnungen im Briefkasten. „Mach doch“ werden Einige sagen. „Kostet doch nicht die Welt“ sagen die anderen. Doch wissen wir das genau? Vielleicht ist der Preis, den ich dafür zahlen müsste höher als gedacht. Vielleicht ist der Preis ja, später nicht mehr in der romantischen Fantasie dahin zurückkehren zu können. Bis dahin lass ich mich weiter durch Tumblr wie Cabinporn in meinem Traum bestärken und suche weiterhin die perfekte Hütte – am See, nicht im Wald, nicht zu groß, nicht zu neu, nicht zu …

 

CH3.1

Last year, on 5th of January of 2012, I reached my 30th birthday on a hot summer day in Australia. I was a feeling a bit weird and lost. So I decided to list 30 things I knew about myself so far… I been staring at that list during the whole year and realizing that most of them wouldn”t change with time…I decided to create a GIF animation to each one of them.And this was the result. If you know me, then you probably know these things already! 🙂

Anlässlich meines 31. Geburtstages kam mir (vermutlich wieder viel später als euch) dieses Video unter – 30 Dinge mit 30. Einfach mal dreißig Dinge, die einen ausmachen. Ein Fazit, das ein wenig preisgibt, aber natürlich nicht zu viel. Interessanterweise macht gerade wieder das Blogstöckchen die Runde, das darum bittet, 20 Dinge über einen selbst zu verfassen. Guter Zeitpunkt also, selbst einmal 13 Dinge nach 31 Lebensjahren aufzuschreiben.

Programmieren

Ich kann nicht programmieren. Ich kann es nicht. Ich komme mit gewissen Dingen halbwegs zurecht und kann mich durch so manches durchkämpfen, aber ich hasse es „Programmierer“ genannt zu werden oder zu hören, dass ich diese Tätigkeit ausübe – sowohl beruflich, als auch privat.

Joggen

Ich würde unheimlich gerne joggen. Ich bewundere Menschen im Freundeskreis, die bei Runtastic oder ähnlichen Portalen veröffentlichen, wie sie gerade wieder zu Fuß unterwegs sind. Und besonders das romantisch anmutende Bild aus der Lenor-Welt, wo drahtige Männer noch durch den Morgennebel laufen und auf ihren letzten Metern der schönen Bäckerin zuwinken und dem Bärenmarkebären die Milchkannen über die Straße tragen, ist für mich absolut Neid hervorrufend.

Skype

Ich hasse Skype. Ich hasse Hangouts. Ich hasse Videochats. Bis heute finde ich keinen Draht dazu, meinen Gegenüber beim Telefonieren (es heißt ja auch „fon“ieren) zu sehen. Oft hab ich behauptet, dass mein Rechner keine Kamera besitzt oder defekt ist um nicht erklären zu müssen, dass ich jetzt keine Lust habe, in die Kamera zu sehen. Vermutlich ist es auch, dass ich einfach nicht gesehen werden will.

Musik hören

Bin ja schon ein akustischer Mensch, aber vielleicht auch zu leicht abzulenken – durch Informationen, Emotionen, Protonen (macht keinen Sinn, aber ich wollte halt eine Dreieraufzählung mit gleicher Endung haben. So!). Das bedeutet, dass ich nicht in der Lage bin, einfach mal Musik zu hören – weder beim Arbeiten, gehen, stehen oder sonst in irgendeiner Situation. Viel zu häufig lenkt es mich ab, schnelle Liedwechsel verarbeiten zu müssen. Viel zu häufig bringt es mich emotional auf andere Bahnen, Lieder zu hören, die mich an etwas erinnern oder mir etwas bedeuten. Vielleicht lässt mich Musik auch viel zu häufig mit meinen Gedanken alleine und mein Gehirn ein wenig ruhen. Nicht immer ein guter Moment. Also greife ich immer wieder zu Podcasts, Hörbüchern oder auch mal zu Regensimulationen um akustische Untermalung zu erzeugen.

Englisch telefonieren

Interneschenell! So muss das! Also, über den Sinn und Zweck englischer Sprache muss ich ja nun wirklich nichts sagen – Lieblingsserien so schnell wie möglich in OV sehen, im Internet bewegen, Hipster verstehen. Englisch ist wichtig und eigentlich auch gar nicht schwer. Ich bin durchaus in der Lage, mich lange und ausschweifend zu unterhalten. Wenn ich mich darauf vorbereiten kann. Was ich wirklich unheimlich anstrengend finde, ist unerwartetes Telefonieren in englischer Sprache, wenn man unverhoffter Dinge ans Telefon geht und sich plötzlich in einer anglistischen Verhandlungspolka wiederfindet und partout nicht den Takt finden will. Aus heiterem Himmel fehlen die einfachsten Worte und ich bin gerade noch froh, meine E-Mail-Adresse buchstabieren zu können (immer wieder erleichtert, die Tücke mit e und i zu überstehen).Wäre doch sicher anders, wenn man mir vorher sagen würde, dass man gleich anriefe. Oder?

Videospiele

Alter Vater. Videospiele. Ich mag die Dinger ja, aber einen richtigen Bezug finde ich leider nie. Ungeduld, fehlende Fähigkeiten oder Desinteresse? Vielleicht ein wenig von allem. Aber so oft stehe ich vor dem Moment zugeben zu müssen, dass ich Monkey Island nie durchgespielt habe, Zelda nicht mag und die Frage, ob PES oder Fifa keinen Glaubenskrieg in mir auslösen will. Die Phase, in einem Counterstrike-Clan gewesen zu sein, hatte ich [1100101] und auch Sims waren mal auf meinem PC daheim. Aber das ständige Verlieren und die fehlende Bereitschaft, vollends in eine Spielewelt einzutauchen, macht mich einfach zu einem Nichtspieler – so leid es mir auch tut. Vielleicht kommt das auch noch, aber ich fürchte, dass der Zug abgefahren ist.

Geld zusammenhalten

Und ihr wisst ja, wie das ist, Es ist: Das Geld kommt aus der Wand, Und ist es schließlich erstmal da, Erinnert sich keiner mehr daran,Wie’s da hinkam, was geschah, Nur, dass es weg muss, das ist klar,

Ziemlich simpel eigentlich, aber auch immer wieder frustrierend, nicht in der Lage zu sein, etwas zurück zu legen – für Geschenke, für das Alter, für das Gewissen. Doch ist es zu verlockend, übriges Geld in Heitermacher zu investieren und das eigene Selbst durch Materielles zu erheitern – für Geschenke, für das Jetzt, für das Wohlgefühl.

Hamburg

Aus einer fernen Faszination wurde eine Sehnsucht und daraus eine Heimat. Zwar erst vor kurzem, aber ich denke, Hamburg als Wahlheimat auszusuchen, war eine der besten Entscheidungen meines Lebens – vermutlich die beste. Noch kenne ich nicht viel von der Stadt und nehme das reichhaltige Angebot nicht wahr, aber es fühlt sich richtig an hier zu sein – endlich mal richtig in einer Stadt zu leben.

Freude zeigen

Ich bin unheimlich schlecht darin, meiner Freude Ausdruck zu verleihen. Jedem, der neu in mein Leben tritt und eventuell mal in die Bredouille kommt, mich beschenken zu wollen, erkläre ich das. Selbst geschenkte Autos (!) haben bisher bei mir nur ein „Danke …“ hervorgelockt.

Frisur tragen

Große Veränderungen in Sachen Haarpracht (abgesehen vom relativ plötzlichen Auftauchen eines Bartes vor einem Jahr) gab im letzten Jahrzehnt eigentlich kaum. Gerade im Moment vielleicht ein wenig. Das hat vor allem den Grund, dass ich nicht sinnvoll in der Lage bin, diese Haare zu dem zu formen, was andere Menschen „Frisur“ nennen. Da kann man kaufen, basteln und versuchen was man will – nichts scheint so richtig das zu kreieren, was der Friseur sich dabei gedacht hat.

„Ja“ sagen …

Wer mir etwas anbietet, kann in der Regel davon ausgehen, dass ich ablehne – egal was es ist. Ich versuche in der Regel, so unauffällig wie möglich durch das Leben zu gehen und niemandem Mühe oder Arbeit zu machen. Dazu gehört für mich auch, Angebote ziemlich strikt abzulehnen. Sei es ein Kaffee, ein Stück Kuchen oder ein Glas Wasser – meist wird meine Antwort verneinend sein.

Tanzen

Mit Sport hab ich es ja schon das ein oder andere Mal versucht. Fußball, Kampfsport, Squash. In verschiedenen Konstellationen, Altersstufen und vor allem Motivationsgraden. Interessanterweise war der Tanzsport, mit dem ich im Sommer 2011 begann, das, was mich am ehesten motiviert hat und mit dem ich mich am schnellsten identifizieren konnte. Natürlich auf absolut unterstem Niveau was meine Leistungen angeht – konnte ich doch quasi nichts. Aber in der Formation, in der ich eine Saison tanzen durfte, habe ich mich schnell eingelebt und war um jede Verbesserung dankbar. Schade eigentlich, dass ich im Moment keine Zeit dazu finde.

Katzen

Immer wieder die Frage, ob man nun ein Katzen- oder Hundetyp ist – beides, fertig. Hatte beides, mochte beides, will beides wieder. Hat alles seine Vor- und Nachteile und da mein letzter Kater erst vor kurzem seine letzte Reise antrat, bin ich ich im Moment vermutlich nicht objektiv genug.

 

Den Himmel auf Erden

In der letzten Zeit geschieht in meinem Leben eine ganze Menge, die ich so nicht vorgesehen oder geplant hatte. Für Viele ist dies nicht immer so angenehm, oder sie können nicht nachvollziehen und verstehen, ob in diesen Veränderungen etwas innewohnt, das angenehm, schön oder einfach nur der positive Beginn von etwas Neuem ist.

Aber glaubt mir, es wird gut werden. Der Himmel auf Erden, er wird kommen. Für mich, für euch – für jeden da draußen.

Kopf hoch!

 

Musik, Persönlichkeit und Kevin Bannister

“Wenn ich eine Sorte Essen für den Rest des Lebens hätte?
Das ist einfach. PEZ. PEZ mit Kirschgeschmack.
Gar keine Frage.”

Verne Tassio – Stand by me

Einst erklärte Holgi in einer Ausgabe der WRINTheit dem feinen Herrn Semak, wie das Wort Lieblingsessen zu definieren sei. “Etwas, das du jeden Tag essen kannst, ohne dass es dir irgendwann zu viel wird” (an dieser Stelle sei darauf hingewiesen, dass dies kein Zitat ist).

Wenn es also um die Frage des Lieblingsfilms geht, dann bleibt die Beantwortung ebenfalls unter der oben genannten Prämisse – welchen Film kann ich jeden Tag sehen, ohne dass er mir aus den Augen herauskommt. Welchen Film kann ich nahezu unentwegt auf mich wirken lassen und dennoch immer wieder Neues aus seiner Story und seiner Umsetzung für mich entnehmen. Welcher Film vermag dies sowohl auf künstlerischer, als auch auf inhaltlicher Ebene?
Eine Frage, die ich für mich eindeutig beantworten kann: High Fidelity, High Fidelity, High Fidelity! Und zur Sicherheit noch einmal: HIGH FIDELITY!*

“What came first? The music or the misery?” – was war zuerst da? Das Buch oder der Film? Natürlich das Buch von Nick Hornby, das ich verschlang und das immer und immer wieder seinen Weg in meine Hände findet. Um das Trio perfekt zu machen, muss natürlich das Hörbuch erwähnt werden, das zu einem der besten in der Hörbuchwelt gehört und verschlungen werden sollte wie Omas Käsekuchen!

Doch zurück zum Film. Zum Setting. Zum Cast. John Cusack? Jack Black? Tim Robbins?
Sollte ja eigentlich genügen, aber ausführbar ist es natürlich schon noch. John Cusack, der für mich neben Edward Norton, Ralph Fiennes und – nicht lachen – Brad Pitt zu einem der charismatischsten und besten Schauspielern gehört, wurde einzig und allein für diese Rolle geboren. Für nichts anderes. Punkt. Rob Gordon wurde für Cusack geschrieben und lebt in dessen Performance. Abgedroschener könnte ein Review nicht sein, aber die schnoddrige Verletzlichkeit, die sich in selbstgefälligem Mitleid suhlt kann nur durch die Realität besser dargestellt werden – und das war jetzt kitsch as kitsch can. But true. Word! Cusack wird zu dem Mann am Ende des Tresens, dessen Geschichte zunächst interessiert, dessen Ausführungen zustimmendes Nicken hervorrufen und dem man am Ende des vierten Bieres an den Schultern schütteln und “Komm mal auf dein Leben klar!” in die unten hängenden Mundwinkel brüllen möchte.

Dass Jack Black als Barry die meiste Zeit Schläge verdient hat dürfte nicht wirklich zur Debatte stehen. So großartig verkörpert Black die Rolle des nervtötenden Möchtegerngiganten, dessen bloßer Existenz wir unwürdig sind. Gipfelnd in der Gallagheresken “Let’s get it on”-Performance von “Barry Jive and the uptown Five”.

What came first?  The music or the
misery?  People worry about kids
playing with guns and watching
violent videos, we’re scared that
some sort of culture of violence is
taking them over…

But nobody worries about kids
listening to thousands — literally
thousands — of songs about broken
hearts and rejection and pain and
misery and loss.

Did I listen to pop music because I
was miserable, or was I miserable
because I listened to pop music?

Doch, um den großen Schmalztopf der Phrasen für Filmkritiken vollends zu füllen, bleibt die Frage, wer der wahre Star des Film ist. Natürlich – und hier greift die Phrase – ist der wahre Star die Story – das bekannte Gefühl, der Kampf des Protagonisten. Der Film lässt sich immer genießen, immer verschlingen, aber nur in einer Situation für seine Zwecke nutzen: one of those what-does-it-all-mean things. (Charlie Nicholson)

Jeder kennt dieses Gefühl und sollte es kennen. Der abgrundtiefe Schmerz nachdem die neue Ex-Freundin die Wohnung verlässt, die innere Kälte, die einen  am Tag darauf umgibt. Die unbändige Freude, wenn der potenziell neue Partner nicht zu ihr ins Bett darf und nicht zuletzt die Aufarbeitung bisheriger Beziehungen und der darin gemachten Fehler. Doch viel wichtiger währt bei der Betrachtung die Erkenntnis, dass alles vorbei geht und dass das Leben Seiten aufzeigen kann, die man bisher noch nicht erlebt hat. Im negativen Sinne sowieso, doch auch im positiven, denn das ist etwas, das das Leben kann – zeigen, dass alle Kevin Bannisters und Alison Ashmores der Welt nicht ausreichen um das eigene Gemüt vollends zur Verzweiflung zu treiben. Und das überall auf der Welt eine Marie LaSalle auf uns wartet.
Und wem das jetzt noch nicht zu viel Grey’s Anatomy-Off-Speak war, um in zuckerwattigem Wohlgefühl zu schweben, der sei auf die einzig wahre Liebe in der ganzen Geschichte hingewiesen: die Musik.

Dass der Soundtrack Dinge mit sich bringt, die das vermitteln, was unser Leidgenosse seit Jahren mit sich herumträgt, ist kein Geheimnis und gründet sich auf genau das, was uns am Ende bleibt – die Liebe zu uns selbst und zu einer Sache, die unser Herz schlagen lässt. Was auch immer das bei jedem einzelnen von uns sein mag.

Dass ihr den Film sehen müsst, ist keine Frage. Ob ihr den Film sehen wollt vielleicht schon eher. Habt ihr den Film gesehen? Noch nicht? Dann lasst euch gesagt sein:

…But the word “yet…” Yeah, you
know what, I’d get the impression.
that you wanted to see it.
Otherwise you’d say you didn’t
really want to.

 


*Möchte an dieser Stelle anmerken, dass ich eine Punkband gründen werde, wir eine Platte aufnehmen auf der nur geschrien wird und wir diese “Kanal Versal” nennen werden. Justsayin’

 

Danke

Menschen und ihre Beziehungen zueinander sind eine Charakteristik, die durch so viele Worte umschrieben aber nie erklärt werden kann. Seine Familie kann man sich nicht aussuchen, so sagt man. Und so manches Mal möchte man es dennoch oder gerade nicht.

Doch auch seinen Freunden verlangt man zu vielen Zeitpunkten in seinem Leben Dinge ab, die sie womöglich oftmals vor die Erkenntnis stellt, dass man dies bei seinen Freunden durchaus kann – aber dennoch nicht in Anspruch nimmt.

Für mich war die Definition und die Verwendung des Wortes »Freund« schon immer ein Eisen, das ich nicht anfassen wollte. Zu fließend die Grenzen und zu abgenutzt die Plattitüden anderer.

Bekannter, Kumpel, Kollege, Freund, bester Freund, BFF, HDGDL, WTF!?

Eine Kategorisierung von Gefühlen, Vertrauen, Anvertrauen und Verbindung scheitert für mich bereits in der eigenen Wahrnehmung. Darüber hinaus die Frage, ob diese Kategorisierung auf Gegenseitigkeit beruhen muss. Wie viel möchte ich nehmen, wie viel möchte der andere geben?

»Liebe ist nicht das, was du fühlst. Liebe ist das was du tust« sang einst eine sehr kluge Band. »Freunde sind nicht die, die du so nennst. Freunde sind die, die du spürst« möchte ich ergänzen.

Gerade daher verschwimmen die Grenzen in den letzten Wochen für mich in einem Maße, das sich mehr als gut anfühlt. In den letzten Wochen habe ich von vielen Menschen Zuneigung, Verständnis, Hilfe und Zuspruch erfahren – bei jedem, der mir eines dieser Dinge geben wollte auf seine ganz eigene Weise. Die Umarmung des Einen, die wertvolle Zeit des Anderen. Die kleine Geste, die große Einladung – aber immer mit einem wichtigen Resultat für mich: dem Wissen, gut aufgehoben zu sein.

Ich schreibe dies auf dem Weg nach Hamburg, der Stadt, die seit Jahren Heimat meiner Sehnsucht ist und die in meinen Tagträumen immer mehr zu einer Heimat für den Rest meines Ichs wird. Wenn ich Freunden von meinen Wünschen, Hoffnungen und Träumen von dieser Stadt und insbesondere dieser Reise erzähle, kommt immer die gleiche Frage. Und von mir die gleiche Antwort.

»Hier gibt es nichts was mich hält«

Doch ist das wirklich so? Ja. Ich habe in meinem Leben einen Kreis von Menschen kennengelernt, denen ich bedingungslos vertraue, bei denen ich mich fallen lassen kann und auf die ich in jedem Moment meines Lebens bauen kann. Und dies hat jeder auf seine Weise schon mehrfach bewiesen.

In jedem Moment – warum nicht auch an jedem Ort? Sehe ich doch meine Freunde jetzt schon kaum. Wir telefonieren, skypen, twittern, schreiben. Und dennoch ist das Gefühl da, mich immer auf sie verlassen zu können.

Ich weiß nicht, wer sich durch diesen Text angesprochen fühlen wird, aber ich denke, dass jeder diesen Worten das entnehmen kann, was er für sich beanspruchen kann.

Ohne euch, wäre ich nicht der, der ich bin. Und das Gefühl euch Vertrauen zu können, macht mich gerade sehr glücklich. Ebenso wie mich das Wissen, wie jeder von euch damit umgeht, sehr breit Grinsen lässt.

Ich danke euch. Für alles. Für immer.

 

Ein letztes Mal Winken und ich bin raus (… meine Perle)

Ein Profil in einer Singlebörse zu erstellen ist nicht wirklich eine große Kunst. Ein attraktives (wenn überhaupt reales) Foto, ein paar ansprechende Eigenschaften, Interessen und zum Schluss noch etwas tief schürfendes, das den Leser glauben lässt, dass der Verfasser ein großes Potenzial hinter seiner Fassade beheimatet.

Nicht selten bewirkt so ein Profil bei Menschen auf der Suche nach dem Glück ein Interesse, das sich so schnell nicht stillen lässt. Gerne möchte man mehr von diesem Menschen wissen, erfahren und ihn real kennenlernen. Ihm in die Augen sehen um zu wissen, ob das Grundgerüst, das man sich in seinem Kopf zusammengesponnen hat, auch tatsächlich stimmt, vielleicht sogar verbessert wird.

Mitunter wünscht man sich mehr, wünscht sich hinter die Augen des anderen blicken zu können und zu erfahren, ob der Platz in seinem Herzen frei und bequem ist, um dem eigenen Gemüt, den eigenen Sorgen und der eigenen Liebe eine Heimat zu bieten.

Doch nicht immer wird diese Beziehung real. Man verliebt sich. Verliebt sich in etwas, das man nur zu kennen glaubt. Eine unerfüllte Liebe zu etwas, das nur ein Gedanke, ein Moment oder eine Hoffnung ist.

Doch gerade wenn die Umstände des eigenen Lebens alles andere als gut sind, die Traurigkeit überwiegt und die Perspektive fehlt, dann gibt es Momente, die einen hoffen lassen und eine Scheinwelt errichten, die sich gut anfühlt. In der man leben möchte, obwohl man es nicht tut. Ein Schlaraffenland, in dem das Leben einfach scheint. Zumindest schöner, einfacher, spannender.

Diese Liebe habe ich gefunden – unerwidert, selbstverständlich. Es ist eine Liebe, die auf ein paar minimale Erfahrungen basiert. Eine Liebe, die nur auf Gedanken, Informationen und Hoffnung basiert.

Gesehen habe ich meine Liebe noch nie – wir führen eine Fernbeziehung. Die Frage, ob ich sie irgendwann einmal sehen möchte, kann und will ich nicht beantworten. Die Angst enttäuscht zu werden ist zu groß. Vielleicht ist sie zu hässlich und zu laut, riecht oder stößt mich weg, wenn wir uns sehen.

Bis dahin bleibt meine Faszination, meine Liebe und mein Herzblut weiter so lodernd, wie sie es seit Jahren ist. Vielleicht sehen wir uns irgendwann, meine Schöne. Und dann wird es für immer sein.

Bis bald Hamburg.

 

Wahrnehmung

Wir haben Zeit. Wir nehmen uns Zeit. Wir nehmen uns Stunden, Minuten, Momente, Augenblicke.

Wir bereuen Zeiten, sehnen uns zurück, trauern hinterher, verteufeln. Doch diese Zeiten gehören zu uns.
Diese Zeiten prägen uns.

Zeit ist einteilbar, definierbar. Stunden haben 60 Minuten, Minuten haben 60 Sekunden. Momente hingegen sind nicht einteilbar. Einen Moment kann man nicht messen. Ein Moment variiert von Standpunkt zu Standpunkt, von Abstand zu Abstand, von Gefühl zu Gefühl.

Wir nehmen Momente als etwas wahr, dass für den Augenblick gilt – für den Augenblick die größte Bedeutung besitzt. Erinnern wir uns an diesen Moment zurück, dann gilt seine Wirkung erneut nur in diesem konkreten Augenblick. So meinen wir.

Genieße den Augenblick, denn der Augenblick ist dein Leben.

Jeder Augenblick beeinflusst uns, in jede Richtung. Jeder Moment hinterlässt Spuren und brennt sich in die Seelen und Herzen der Menschen. Doch lässt sich ein Moment verzerren? Ist der Moment an sich nicht stark genug seine Bedeutung zu behalten?
Besteht der Moment nicht jede Zeit?

Erst die fortwährende Vertiefung der Bedeutung des Momentes verschärft ihn – macht ihn unsterblich.

Das Spielzeugauto des Kindes, das 40 Jahre später im Keller wiedergefunden wird. Die Bank des jungen Paares, auf der man einst in die Sterne gesehen hat und die nach unzähligen Wintern immer noch an der gleichen Stelle steht. Der Kuss am Morgen, der einen in den Tag führt. Momente und Bedeutungen, die das Leben prägen. Mehr als man meint – mehr als einem bewusst wird.

Doch wird der Moment vernachlässigt, nicht weiter vertieft, so wird er zum Schmerz, sobald er entdeckt und als zu lange fern geblieben erkannt wird.

Wir haben Zeit. Zeit all diese Momente zu sammeln, zu bewahren und mit all unserer Kraft daran zu arbeiten, dass diese Momente nie ihre Bedeutung verlieren.

 

Was bedeutet Halbtagsnerd?

Elektrischer Reporter – Nerds: Weltretter mit Hornbrillen?

Nerd [nɜːd] (engl. für Langweiler, Sonderling, Streber, Außenseiter, Fachidiot) ist ein gesellschaftliches Stereotyp, das besonders für in Computer oder andere Bereiche aus Wissenschaft und Technik vertiefte Menschen steht.”

Die Wikipedia beschreibt einen Nerd als einen Sonderling, Mario Sixtus’ Darstellung eines Nerds oder Geeks im Elektrischen Reporter zeigt ebenfalls die sozialen Besonderheiten dieses Menschenschlages auf.

Für mich ist der Begriff Nerd in den letzten Jahren immer mehr zu einer Plakette geworden, die vielmehr als Accessoire dient. Wer sich Nerd nennt, behauptet damit, eine Materie sehr tief und genau beleuchten zu können, maßt sich selbst oftmals einen hohen Intelligenzquotienten an und versucht sich durch besonders hohe Kompetenz in mindestens einem Fachgebiet herauszustellen.

Oder aber: wer Nerd genannt wird, der erfährt den faden Beigeschmack eines Kompliments, das oftmals keines sein soll. Der Nerd ist der neue Freak, dessen Fähigkeiten mit einer minimal bewundernden, gelegentlich neidbehafteten Distanz betrachtet und beurteilt werden.

Nicht selten erhält man den Titel Nerd mit einem Unterbau aus Beleidigung und Urteil, schämt sich dafür, der zu sein, der doch “was mit Computern macht” oder sich einfach nur “damit auskennt”.

Zu schmerzhaft ist dann gelegentlich die Reduzierung auf das Nerdsein. Man möchte nicht darauf hingewiesen werden, dass die eigene Kompetenz und die Simplizität des eigenen Gemüts so leicht zusammenfassbar ist. Oder doch? Genießt man es vielleicht doch, einen Titel zu bekommen? “Der Mann für’s Grobe”, “Der Experte”, “Für diesen Job gibt es nur einen!” sind Bezeichnungen, derer man doch manchmal gern habhaft werden möchte.

“… Wenn du uns suchst, wir stecken immer tief in der Materie
Wir lieben unseren Job nicht, wir sind besessen davon …”

Besessenheit als Indikator für Nerdism? Galt nicht eigentlich auch die Kompetenz oder eben gerade diese als Beleg für einen richtigen Nerd? Oder kommt das eine zwangsläufig nicht ohne das andere aus? Fragen, die man sich vielleicht gar nicht stellen sollte, denn – platitüdenhaft formuliert – als Nerd wird man geboren und nicht als solcher sozialisiert.

Somit ist Besessenheit, insbesondere qua undefinierter Ausprägung und Erfolgsaussicht eben solcher, nicht als Faktor für Nerdism anzusehen.

Die Kinder-Flickr und Photoshopparty-Community DeviantArt gibt seinen Nutzern bei der Kategorisierung des eigenen Spezialgebietes die Möglichkeit der Bezeichnung “Deviant of many Talents”. Hierbei liegt die Betonung für mich weniger auf dem Begriff der Devianz, als auf die Vielfalt der Talente.

Für mich zeigt genau dies den Weg für meine Definition von Halbtagsnerd: die unbändige Leidenschaft für eine Vielzahl von Gebieten. Aber warum halbtags? Manch einer mag es gefährliches Halbwissen nennen oder die fehlende Kraft diagnostizieren, ein Thema bis ins Ultimo zu bearbeiten. Doch ob dies wirklich als negativer Aspekt zu betrachten ist, bleibt für mich fraglich.

Das Bedürfnis nach genauerer Auseinandersetzung mit Webtechnologien schließt die Begeisterung für das Verfassen von Gedichten ebenso wenig aus, wie meine Begeisterung für den Tanzsport das Interesse an Fußball torpediert.

“Nerds wie wir sind treu und glauben an wahre Liebe
Aber sind schon längst vergeben an ihre Spezialgebiete”

Für den Halbtagsnerd ist die Liebe zu Spezialgebieten die Polygamie des Interessierten. Es interessieren mich zu viele Dinge, als dass ich mich für eines oder einige wenige entscheiden möchte. Ich möchte alles! Ich möchte alles und ich möchte es jetzt! Ohne mich festlegen zu müssen.

Eine Feststellung, die in vielen Punkten für problematische Situationen sorgt. Zu wechselhaft die Interessen, zu sprunghaft das Gemüt – wohl ein Faktor, mit dem man als Halbtagsnerd leben muss.

 

Eine kurze Geschichte der Zeit(fresser)

“Hey, Peter, jemand ruft um Hilfe.” “Ich hab’s gehört. (zögert) War das nun ein Mann oder eine Frau?” “Hm, vielleicht keins von beiden.” “Keins von beiden? Wie meinst du das Just? Vielleicht ein Kind. Oder ob es Mr. Malcolm Fentriss war? Dann wäre es doch ein Mann gewesen!”

Lange ist dieser Dialog her. Lange und doch immer noch in meinem Bewusstsein verwurzelt. Meine erste richtig bewusste Begegnung mit dem gesprochenen Wort. Natürlich kam Benjamin Blümchen zuvor auch in den Kassettenrekorder, aber ??? und der Superpapagei löste in meinem Kopf einen Prozess aus, der auch heute noch, fast 25 Jahre später, andauert und hoffentlich nie enden wird.

Ab dem Moment war mein auditives Bewusstsein geschärft, verknüpfte sich mit den Bildern in meinem Kopf und war in der Lage, diese stets und ständig abzurufen, nach Belieben zu erweitern und mit Leben zu füllen,

Meine Videokassetten mit Abenteuerzeichentrickfilmen wie “Die Schatzinsel” wollte ich nicht mehr sehen – eine selbstangefertigte Aufnahme mit meinem Kassettenrekorder vorm laufenden Fernseher genügte mir um das Abenteuer immer wieder mitzuerleben.

Doch ich wollte noch mehr. Meine damalige Liebe zum Wrestlingsport musste auch vertont werden. Also hörte ich Abends im Bett die Geräusche des Ringbodens und die enthusiastischen Beschreibungen der Kommentatoren.

Doch sollte diese Faszination allmählich abebben. So lange bis Hörbücher immer aktueller und populärer wurden.

Harry Potter und der Stein des Anstoßes

Als ich das erste Mal Harry Potter hörte war ich wieder gefangen. Die Story war mir bis dahin vollkommen unbekannt und interessierte mich zunächst gar nicht. Aber die Stimme von Rufus Beck und die Stimmung, die mir in diesen vielen Stunden näher gebracht wurde, war umwerfend und ich war umgehend gefangen.

Seitdem gehören Hörbücher zu meinem Alltag. Egal ob nur einmal gehört, mehrfach genossen oder gar in regelmäßigen Abständen gestartet.
Egal ob mit Rufus Beck, Dirk Bach oder Christoph Maria Herbst.

Und auch mein Audiospurfaible ist wieder da. Fernsehserien wie King of Queens, Scrubs und sogar LOST werden mittlerweile nur noch gehört. Bei der Arbeit am Rechner, auf dem iPod beim Hausputz. Einfach immer dann, wenn Musik mich gerade nervt oder ich keine (interessante) Folge meiner anderen Leidenschaft mehr in Petto habe: Podcasts.